Jetzt fordert der HCD den Meister
Erst vier Mal ist es in der Playoff-Geschichte (seit 1986) im Schweizer NLA-Eishockey gelungen, einen 0:3-Sieg-Rückstand in einer Best-of-seven-Serie noch zu kehren. Der HCD erkämpfte sich diese Wende mit vier Siegen innert sechs Tagen zum zweiten Mal. Bereits im Frühjahr 2008 war dieses Kunststück den Davosern im Viertelfinal gelungen, damals gegen den EV Zug. Genau auf diese Zuger treffen die Bündner nun im Halbfinal. Die Serie beginnt bereits am Freitagabend in der Innerschweiz. Am Sonntagabend folgt die zweite Partie um 20 Uhr im Eisstadion Davos. Die beiden Kontrahenten standen sich in der laufenden Saison schon in der Qualifikation vier Mal gegenüber. Zu Hause gewann der HCD die erste Partie mit 2:0, in der zweiten unterlag er mit 1:2. In Zug verloren die Davoser beim Meisterschaftsauftakt mit 2:5 und vor einem guten Monat mit 2:7.
Spielrhythmus gegen Frische
Der EVZ schloss die Regular Season als Tabellenerster ab. In seiner Playoff-Viertelfinalserie setzte er sich gegen Lugano glatt mit 4:0 Siegen durch. Damit erkämpften sich die Zuger den Vorteil, dass sie bis zur ersten Halbfinalpartie gegen den HCD acht Tage regenerieren konnten. Den Davosern blieben hingegen seit der Entscheidung am Mittwochabend gegen «Rappi» im siebten kräftezehrenden Duell gerade mal gut 45 Stunden bis zum Anpfiff in Zug. HCD-Stürmer Simon Knak sieht darin dennoch nicht nur Nachteile. «Wir befinden uns im Spielrhythmus. Den können wir im ersten Match in die Waagschale werfen», sagt der 20-Jährige, der beim 3:1 zwei Treffer erzielte, wenige Minuten nach dem Vorstoss in den Halbfinal keck und ergänzt: «Zug tritt als Titelverteidiger an. Das sagt viel aus über die Qualitäten dieser Mannschaft. Dennoch erwarte ich eine enge Serie, wenn wir als Mannschaft taktisch so clever und diszipliniert auftreten wie zuletzt gegen die Lakers.»
Ähnlich sieht es Sandro Aeschlimann: «Kämpfen und nie aufgeben, dann schauen wir, was herauskommt», so der HCD-Torhüter. Für ihn wird die Halbfinalserie speziell, spielte er doch bis zu seinem Wechsel nach Davos im Sommer 2019 für den EVZ. Deswegen will sich Aeschlimann jedoch nicht verrückt machen lassen: «Ich versuche, Spiel für Spiel zu nehmen, egal wer der Gegner ist. Ich will mein Zeug durchziehen und die bestmögliche Leistung abzurufen.»