«Es ist meine Aufgabe, den Puck zu halten»
Die Zahlen sprechen für sich respektive für Sandro Aeschlimann. In den vier Viertelfinalpartien gegen den EVZ liess der HCD-Goalie nur vier Gegentreffer zu. Und das gegen jene Zuger Offensive, die in 52 Qualifikationsspielen 173 Tore erzielt hatte – am meisten in der National League. Aeschlimann parierte in den vier Playoff-Begegnungen 101 von 105 Schüssen oder anders ausgedrückt 96,19 Prozent der Zuger Abschlussversuche, die auf sein Tor kamen. Eine solche Abwehrquote ist für Eishockeyverhältnisse hervorragend. «Das sind Teamzahlen und nur so gut möglich dank meinen Mitspielern», bemerkt Aeschlimann bescheiden. «Klar, ein gewisser Anteil kommt von mir. Aber das ist ja meine Aufgabe, den Puck zu halten, wenn es mich braucht.»
Auf die Viertelfinalserie rückblickend, spricht der HCD-Goalie denn auch in der Wir-Form. «Wir traten sehr kontrolliert auf. Wir hatten einen Plan, und diesen setzten wir über alle vier Spiele praktisch zu 100 Prozent um, abgesehen von ein, zwei Schwankungen. Das gab uns am Schluss, was wir erhielten.» Aeschlimann hatte 2019 ausgerechnet aus Zug zum HCD gewechselt. Eine besondere Genugtuung verspürt er gleichwohl nicht. «Der EVZ ist für mich Vergangenheit, meine Gegenwart heisst Davos.»
Viel Adrenalin
Aeschlimann strahlt im HCD-Tor nicht nur in den Playoff-Partien, sondern immer viel Ruhe aus. Sie verleiht seinen Vorderleuten Sicherheit. Er wirkt stets extrem fokussiert und konzentriert. Doch brodelt es wirklich in seinem Innern selbst in den Playoffs nicht? «Eigentlich gar nicht», antwortet der 30-Jährige. «Auf dem Eis bin ich schon eher eine ruhige Person. Während einer Partie habe ich persönlich auch nicht gross Platz, um mich auf etwas Anderes zu fokussieren. Ich versuche, meine ganze Energie in meinen Job zu investieren.» Aeschlimann gesteht aber: «Natürlich ist mein Adrenalinausstoss sehr hoch. Es braucht schon ein, zwei Stündchen, bis ich nach der Schlusssirene wieder runtergefahren bin. Selbst nach Auswärtsspielen brauche ich trotz der Rückfahrt danach noch eine Stunde im Bett, bis ich wieder entspannt bin.» Zumindest nach den Heimspielen dreht der HCD-Torhüter in der Nacht mit seinem Hund noch eine Runde im Freien, um wieder zur Ruhe zu finden.