«Eishockey-WM ist wie die Jagd»
«Gemäss dem Eishockey-Weltverband IIHF würde eine Eishockey-WM ohne die zahlreichen EHC-Arosa-Fans, die seit 20 Jahren an jede Weltmeisterschaft reisen, gar nicht stattfinden.» Zugegeben, die Worte im Blog auf der Homepage des EHC Arosa sind etwas übertrieben. Ganz falsch aber eben doch nicht. Seit Jahrzehnten reist jeweils eine beachtliche Gruppe aus Arosa und Umgebung an die Weltmeisterschaften, um dort das Schweizer Nationalteam zu unterstützen. 16 Fans sind auch dieses Jahr dabei.
Unter ihnen Hansruedi Bächinger. Bächi, so nennen ihn hier alle. 56-jährig, Mitarbeiter bei der Post in Arosa. Zum 29. Mal ist er an einer WM dabei. Stundenlang könnte er von seinen Erlebnissen erzählen. Von schier endlosen Zugreisen nach Deutschland, vom Hotelier in Minsk, der bereits zum Frühstück Schnaps auftischte – und natürlich von Kopenhagen 2018, weil dort einfach alles passte. «Das Wetter, das Hotel, die Leistung der Schweiz, das war sicher eines meiner schönsten Turniere», sagt Bächi.
Familien-Camper statt Hotel
Die Partien der Schweizer Nationalmannschaft sind das eine – das kulturelle Drumherum das andere. Stadtrundfahrt, Besichtigung einer Bierbrauerei, Aquapark, ein Ausflug nach Wien, das Programm hat es auch dieses Jahr in sich. «Diese Aktivitäten sind eigentlich fast noch wichtiger als die Spiele, Eishockey können wir schliesslich auch in der Schweiz schauen», sagt Jan Masson. 45-jährig, Beizer und Hotelier in Arosa. Er hat das Programm grösstenteils zusammengestellt. Logisch, geniesst Masson aktuell quasi ein Heimspiel: Seine Partnerin stammt aus der Slowakei. Bereits im August letzten Jahres weilten die beiden zur Inspektion in Bratislava. «Die Einheimischen sind extrem gastfreundliche Leute», weiss Masson zu erzählen, «lieber zahlen sie dir ein Bier, statt selber noch eines zu nehmen.»