Nun ist das HCD-Team in der Pflicht
Christian Wohlwend war seit Mai 2019 Headcoach beim HC Davos. «Er trat damals zusammen mit Johan Lundskog, Waltteri Immonen und Peter Mettler das schwere Erbe nach der Ära Del Curto an», wird in einer Mitteilung erklärt. Wohlwend und seine Crew schafften es, das damals kriselnde Fanionteam wieder zu stabilisieren. In der aktuellen Saison spielen die Davoser um den direkten Einzug in die Playoffs mit und belegen derzeit in der Tabelle den siebten Rang. Rein sportlich gesehen scheint die HCD-Welt also einigermassen in Ordnung. Trotzdem vermeldete die Chefetage Wohlwends Freistellung. «Wir sind der Meinung, dass die Mannschaft in Zukunft andere, neue Impulse und eine neue Stimme braucht, um sich weiterzuentwickeln. Um diese Entwicklung ab sofort anzustossen, haben wir uns nun für einen vorzeitigen Trainerwechsel entschieden», wird Sportchef Jan Alston zitiert.
Teils harsche Reaktionen
Welche Gründe neben der erwähnten Stagnation des Teams für die Freistellung massgebend waren, wurde nicht mitgeteilt. Allerdings fiel Wohlwend in der Vergangenheit mit diversen Unbeherrschtheiten auf, die auch HCD-intern für Gesprächsstoff sorgten. Zudem führten auch Aussagen des Cheftrainers betreffend Spieler und Fans immer wieder zu Irritationen.
Trotzdem fielen die Reaktionen auf die Freistellung in der nationalen Sportmedien-Szene eher negativ aus. Diverse Journalisten warfen den HCD-Verantwortlichen vor, sehr lange zugewartet zu haben, ehe man sich zu diesem Entscheid durchgerungen habe. Kristian Kapp, Hockey-Experte und Sportredaktor bei den Tamedia-Blättern, schrieb beispielsweise in einer Kolumne, der HCD habe seinen Headcoach blossgestellt und mit seiner Informationspolitik keine gute Figur gemacht. Blick-Eishockeyexperte Dino Kessler ging sogar noch härter ins Gericht und meinte, die Kommunikation beim HCD sei nicht mehr als 2.-Liga-würdig. Und Roman Michel, Leiter Sport bei der «Südostschweiz», bezeichnete die Geschehnisse rund um Wohlwends Freistellung als «unwürdiges Schauspiel».