Eine Ablehnung wäre fatal
Die beiden Pandemie-Jahre inklusive zweimaliger Absage des traditionellen Spengler Cups haben beim HC Davos ein tiefes Loch in der Kasse hinterlassen. Für die vergangene Saison mussten die Verantwortlichen einen Verlust von 3,8 Millionen Franken verbuchen. Für dieses Jahr sieht das Szenario ähnlich düster aus, obwohl man dank guter Zuschauerzahlen in den Playoffs finanziell noch etwas gutmachen konnte. Trotzdem rechnen die HCD-Verantwortlichen um CEO Marc Gianola auch diesmal wieder mit einem empfindlichen Minus – auch wenn es noch eine Weile dauern wird, bis die genauen Zahlen vorliegen werden. Da die finanzielle Basis durch eigene Bemühungen – unter anderem sparte man durch rigorose Massnahmen mehrere Millionen Franken ein – nicht wieder ins Lot gebracht werden können, ist man auf Hilfe von Aussenstehenden angewiesen, wozu auch die Gemeinde gehört. Bei ihr fragte der HCD Ende März dieses Jahres um eine Festsetzung der Jahresmiete für das Eisstadion auf je 200000 Franken für die Saisons 2022/23, 2023/24 und 2024/25 an. Dazu legten die Verantwortlichen umfangreiches Zahlen- und Statistikmaterial bei – was den Kleinen Landrat feststellen lässt, der HCD habe offen und transparent kommuniziert.
Gesamtsumme von 880 000 Franken
Laut neuem Eissportanlagen-Benützungsvertrag müsste der HCD für 2022/23 eigentlich eine Jahresmiete von 480 000 sowie für die beiden Folgejahre von 500 000 Franken bezahlen. Die reale Miete würde also 1,48 Millionen Franken betragen, wie die Gemeinde in ihrem Antrag an den Grossen Landrat vorrechnet. Wird die Vorlage am Donnerstag angenommen, käme dies einem Mieterlass von 880 000 Franken auf drei Jahre gleich. Man könnte deshalb von einem bedeutenden Gemeindebeitrag sprechen, meint der Kleine Landrat weiter. Im Gegenzug erwarte der HCD nicht, dass sich die Gemeinde an einer allfälligen Kapitalerhöhung beteilige.