Ein Wechsel als Glücksfall
Es ging alles sehr schnell am 17. Januar. Niederreiter befand sich mitten in der Vorbereitung auf das Spiel gegen die Anaheim Ducks, hatte mit seinen alten Teamkollegen von den Minnesota Wild noch Mittag gegessen. Nachdem er nach Hause zur Freundin und den Eltern, die ihn besuchten, zurückgekehrt war, klingelte plötzlich das Telefon. Als er sah, dass General Manager Paul Fenton anrief, «wusste ich, dass der Tag des Trades gekommen war». Fenton bedankte sich, wünschte viel Glück und «innerhalb von drei Stunden» sass Niederreiter im Flugzeug.
Zwar hatte es schon lange Gerüchte gegeben, dass Minnesota den Churer Stürmer abgeben wollte, «darauf vorbereiten kann man sich jedoch nie», betonte Niederreiter. «Es war sicher nicht einfach.» Die Eltern und die Freundin reisten einen Tag später «mit den wenigen Kleidern» nach. «Ich war froh, dass sie mir helfen konnten.»
«Ich wurde gebremst»
So hart es für Niederreiter im ersten Moment war, der Wechsel entpuppte sich für ihn als Glücksfall. Carolina hatte schon im Sommer die Fühler nach ihm ausgestreckt. «Es war das Beste, was mir passieren konnte», erklärte Niederreiter. «Ich wusste, dass ich gut Eishockey spielen kann. Ich wurde jedoch gebremst, erhielt (bei den Wild) nicht die Chance, die ich mir erhofft hatte. Wenn du das Vertrauen vom Trainer nicht hast, ist es extrem schwierig, erfolgreich zu spielen. Ausserdem passt mir die Spielweise in Carolina besser wie jene bei Minnesota. Dort stand mehr die Defensive im Vordergrund, hier kannst du in der Offensive deine Sachen machen.»