Churer Eishockeystadion stösst beim Derby an seine Grenzen
Heute Abend kommt es im Thomas-Domenig-Stadion zu einem Bündner Unihockey-Fest. Im Eishockeystadion werden sich die beiden Unihockey-NLA-Mannschaften Chur Unihockey und Alligator Malans zum vierten Mal im Play-off-Viertelfinal gegenüberstehen. 3000 Zuschauer waren im Vorfeld die heimliche Zielsetzung der Chur-Unihockey-Führungsriege bei diesem Grossanlass. Doch dieser Wunsch der Churer ist inzwischen hinfällig geworden. Denn aus sicherheitstechnischen Gründen wurde die maximale Zuschauerzahl auf 2800 beschränkt.
5000 Zuschauer beim EHC
Dies wirft Fragen auf. Denn vor dreieinhalb Jahren fand im Churer Hallenstadion (heute Thomas-Domenig-Stadion) ein Eishockey-Cupspiel zwischen dem EHC Chur und den ZSC Lions statt. Die Zuschauerzahl bei diesem Spiel betrug 5029. Hat sich also die Situation im Eishockeystadion seit damals dermassen verschlechtert? Gemäss dem Leiter der Abteilung Brandschutz der Stadt Chur, Emanuel Kälin, ist dies keineswegs der Grund: «Der EHC Chur hat keine feuerpolizeiliche Bewilligung eingeholt. Zuständig war damals noch der Kanton.» An diesem Cupspiel habe aus feuerpolizeilicher Sicht ein unhaltbarer Zustand geherrscht. Gleich aus mehreren Gründen sei das Thomas-Domenig-Stadion nämlich längst nicht mehr für die 6500 Zuschauer tauglich, welche als Fassungsvermögen deklariert sind.
Notausgänge als Problem
Konkret stimmen gemäss Kälin die Fluchtwege nicht, die Fluchttüren gehen in die falsche Richtung auf und die Klappen im Stehplatzsektor, die ebenfalls als Notausgänge gedacht sind, funktionieren nicht mehr. Deshalb habe man bereits nach der Übernahme des Stadions durch die Stadt Chur von der Domenig Immobilien AG im Jahr 2017 einen Zuschauerhöchstwert von 2000 festgelegt. Daran haben gemäss Kälin auch die Sanierungen vor der Übernahme nichts geändert, da die feuerpolizeilichen Mängel bei dieser nicht korrigiert wurden.
Da bei einem normalen Spiel des EHC Chur selten mehr als 2000 Zuschauer vor Ort sind, wurde wohl zugunsten des Masterplans Obere Au auf die teuren Baumassnahmen verzichtet. Denn mit der Sanierung im Rahmen der Übernahme 2017 kann das Stadion gemäss damaliger Botschaft des Stadtrats trotzdem noch zehn bis 15 Jahre genutzt und damit eine Neubauinvestition aufgeschoben werden.