Aroser komplett von der Rolle
von Hanspeter Rennhard
Am Donnerstag führten die Spieler des EHC Arosa im ersten Finalspiel gegen den SC Lyss in Zuchwil nach wenigen Minuten mit 2:0. Doch dann passierte etwas Unglaubliches, der Arosa-Motor stellte plötzlich ab, wie wenn der Kraftstoff ausgegangen wäre. Das Resultat war eine 2:4-Niederlage. Und auch im Spiel 2 sprang dieser Motor am Samstag in Arosa nicht mehr wirklich an. Den ersten Treffer kassierten die Schanfigger, nach einem katastrophalem Verteidiger-Blackout, nach 57 Sekunden. Nach gut acht Minuten stand es bereits 0:3.
Haueters Notsignal erfolglos
Der Aroser Trainer Marc Haueter versuchte das Unheil noch abzuwenden. Er nahm sein Time-out und ersetzte den unglücklich agierenden Standard-Torhüter Sven Witschi durch Sven Salis. Daraus resultierte sechs Minuten später durch Bo Salerno das 1:3. Da kam bei den Arosa-Fans unter den 1125 Zuschauern nochmals Hoffnung auf. Richtig Gift war danach, dass den Gästen kurz vor der ersten Pause mit dem zweiten Powerplay-Treffer das 4:1 gelang. In der Folge kam die Haueter-Equipe wohl etwas besser in Fahrt, was das finale Schussverhältnis von 42:21 zeigte. Aber diese Statistik ist Schönfärberei. Vieles waren nur Alibi-Schüsschen, an deren Erfolg nicht einmal die Spieler selbst glaubten. Dies sah Chefcoach Haueter nicht anders. Er sagte: «Es schien, als agierte die Mehrzahl meiner Schützlinge, ohne dass sie den Kopf eingeschaltet hätten...»
Den fünften Gegentreffer zum 1:5-Schlussresultat verbuchten die Seeländer vier Minuten vor Schluss, als Haueter im Powerplay Hüter Salis durch einen sechsten Feldspieler ersetzte. Die Rechnung ging nicht auf.