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Politik

Wissenschaftler stellt Nutzen von Gemeindefusionen infrage

In 20 Jahren hat sich die Anzahl Gemeinden in Graubünden halbiert. Ob Fusionen aber tatsächlich das bringen, was die Politik sich von ihnen verspricht, ist fraglich. Das sagt ein Politikwissenschaftler der Uni Zürich.
16.07.2019, 04:30 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Gemeindefusionen liegen im Trend. Allein in Graubünden kam es zwischen 2000 und 2020 zu 40 Fusionen, was die Anzahl Gemeinden mehr als halbierte. Dafür investierte der Kanton Förderbeiträge von fast 200 Millionen Franken.

Doch jetzt kommt Kritik auf: «In fusionierten Gemeinden gehen die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger weniger oft an die Urne als in nicht fusionierten Gemeinden», sagt Politikwissenschaftler Michael Strebel von der Universität Zürich. Auch sonst sieht er einige negativen Aspekte von Fusionen: «Fusionen scheinen kein probates Mittel zu sein, um den öffentlichen Haushalt von Gemeinden zu sanieren.» Darüber hinaus gibt es laut Strebel klare Hinweise, dass Einwohnerinnen und Einwohner fusionierter Gemeinden ihren politischen Vertretern weniger Vertrauen schenken als Einwohner nicht fusionierter Gemeinden.

Weniger unbesetzte Stellen

Anders sieht das Regierungsrat Christian Rathgeb, Vorsteher des Departements für Finanzen und Gemeinden. Er zeigt sich zufrieden mit der Entwicklung bei den Fusionsgemeinden. «Die Erfahrung und Auswertung zeigt, dass wir heute weniger unbesetzte Stellen auf Gemeindeebene haben als noch vor der Fusionswelle.»

Rathgeb zieht positive Bilanz

Auch für den Kanton sieht Rathgeb Vorteile: «Für uns ist die Arbeit heute sicher einfacher als vor 20 Jahren, als es noch doppelt so viele Gemeinden gab.» Regierungsrat Christian Rathgeb zieht zudem eine positive Bilanz zur Förderstrategie des Kantons. Deshalb bleibt er bei seiner Strategie: Er will die Anzahl Gemeinden weiter reduzieren.

190 Millionen für 40 Fusionen

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