13.AHV-Rente: Diese Rentner sollen plötzlich leer ausgehen
Die 13. AHV-Rente wird im Dezember 2026 erstmals ausbezahlt. Doch noch bevor das zusätzliche Geld erstmals auf den Konten der Rentnerinnen und Rentner landet, gibt es bereits politischen Streit darüber, wer die Zahlung künftig alles erhalten soll. Ein Vorstoss im Bundesparlament fordert, den Kreis der Berechtigten einzuschränken. Betroffen wären Menschen, die ihren Wohnsitz ausserhalb der Schweiz haben.
Auslandschweizer sollen von der 13. AHV-Rente ausgeschlossen werden
Hinter der Forderung steht der Neuenburger SVP-Nationalrat Didier Calame. Seine Motion sieht vor, die zusätzliche AHV-Zahlung künftig ausschliesslich Personen zukommen zu lassen, die ihren Hauptwohnsitz in der Schweiz haben.
Damit könnten unter anderem Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer ihren Anspruch auf die 13. AHV-Rente verlieren. Auch anspruchsberechtigte ausländische Staatsangehörige, die ausserhalb der Schweiz leben, könnten betroffen sein.
Calame begründet seinen Vorstoss mit den unterschiedlichen Lebenshaltungskosten. Die zusätzliche Rente solle seiner Ansicht nach insbesondere Menschen zugutekommen, die mit dem hohen Schweizer Preisniveau, Mieten und Krankenkassenprämien konfrontiert seien.
Wer seine Rente dagegen in einem Land mit deutlich niedrigeren Lebenshaltungskosten beziehe, sei dieser Belastung nicht in gleichem Masse ausgesetzt. Gleichzeitig verspricht sich der Nationalrat von einer Beschränkung Einsparungen für die AHV.
Bundesrat stellt sich gegen den Vorschlag
Einfach umzusetzen wäre die Forderung allerdings nicht. Der Bundesrat lehnt die Motion ab.
Ein Grund dafür sind die rechtlichen Rahmenbedingungen. Schweizer Staatsangehörige können ihre AHV-Rente grundsätzlich auch im Ausland beziehen. Bei ausländischen Staatsangehörigen können zudem internationale Vereinbarungen greifen.
Dazu zählen beispielsweise das Personenfreizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union sowie verschiedene Sozialversicherungsabkommen. Diese enthalten Vorgaben zur Gleichbehandlung und zum Export von Sozialversicherungsleistungen. Eine Sonderregel nur für die 13. AHV-Rente könnte deshalb auf erhebliche rechtliche Hürden stossen.
Ändert sich bereits bei der Auszahlung im Dezember 2026 etwas?
Nein, nach aktuellem Stand nicht.
Nach geltendem Recht wird die 13. AHV-Rente im Dezember 2026 erstmals ausbezahlt. Das Bundesamt für Sozialversicherungen erklärt ausdrücklich, dass sie als Zuschlag zur Dezemberrente an alle Personen ausbezahlt wird, die Anspruch auf eine Altersrente haben.
Die Höhe entspricht einem Zwölftel der Summe der Altersrenten, die eine Person während des betreffenden Jahres erhalten hat. Nicht berücksichtigt werden dabei unter anderem Kinder- und Zusatzrenten sowie der Rentenzuschlag für Frauen der Übergangsgeneration AHV 21.
Passend dazu: 13. AHV-Rente: So viel Geld erhalten Rentner zusätzlich.
Calames Forderung ist bislang lediglich eine Motion. Als Nächstes muss sich der Nationalrat damit beschäftigen. Lehnt dieser den Vorstoss ab, ist er erledigt. Stimmt der Nationalrat zu, wäre anschliessend der Ständerat am Zug. Erst bei Zustimmung beider Kammern müsste der Bundesrat einen entsprechenden Gesetzesentwurf ausarbeiten.
Für Rentnerinnen und Rentner im Ausland bedeutet das: Die politische Forderung ändert derzeit nichts an ihrem bestehenden Anspruch auf die erste 13. AHV-Rente.
Im November stimmt die Schweiz über die Finanzierung ab
Parallel dazu steht eine weitere wichtige Entscheidung zur 13. AHV-Rente bevor.
Am 29. November 2026 stimmt die Schweizer Bevölkerung über die vom Parlament beschlossene Teilfinanzierung ab.
Das Parlament setzt dabei auf eine Erhöhung der Mehrwertsteuer. Nach der beschlossenen Vorlage soll der normale Mehrwertsteuersatz von derzeit 8,1 auf 8,5 Prozent steigen. Der Sondersatz für Beherbergungsleistungen soll von 3,8 auf 4,0 Prozent angehoben werden. Der reduzierte Satz von 2,6 Prozent soll unverändert bleiben.
Die erste Auszahlung der zusätzlichen Altersrente erfolgt jedoch bereits vorher im Dezember 2026.
13. AHV-Rente im Dezember: So viel Geld erhalten Rentner zusätzlich
19.08.2026