Worte zum Tag der Kranken
Von Gesundheitsdirektor Peter Peyer
Der Tag der Kranken hat zum Ziel, Gesunde und Kranke zusammenzubringen und dadurch der Vereinsamung kranker Menschen entgegenzuwirken. Mit dem diesjährigen Motto «Verletzlich, aber stark» sollen Diskussionen angeregt sowie kranke und gesunde Menschen eingeladen werden, sich auszutauschen und einander Sorge zu tragen.
Jeder Mensch wird im Laufe des Lebens mit Krankheiten, Schicksalsschlägen und Beeinträchtigungen konfrontiert – sei es als Angehörige, sei es, weil er oder sie selbst eine gravierende Diagnose erhält oder einen schweren Unfall erlitten hat. Das Jahr 2020 hat uns allen vor Augen geführt, dass Gesundheit nicht selbstverständlich ist und dass eine gesundheitliche Krise auch Einfluss auf unsere Psyche hat. Ob und wie stark eine Krankheit – oder eine Krise wie die Covid-19-Pandemie – seelisch belastet, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Die gute Nachricht: So wie wir das Immunsystem unseres Körpers stärken können, können wir dies ebenso mit unserer Seele respektive Psyche tun und widerstandsfähiger werden.
Die Fähigkeit eines Menschen, Krankheiten, Krisen und Verluste besser zu bewältigen, diese zu akzeptieren, gestärkt daraus hervorzugehen und sich bei Veränderungen flexibler anzupassen, nennt man in der Fachwelt Resilienz. Der Begriff Resilienz (lateinisch resilire: «zurückspringen» oder «abprallen») stammt ursprünglich aus der Physik und definiert die Eigenschaft eines Körpers, nach einer Verformung in seinen ursprünglichen Zustand zurückzukehren. Die psychische Widerstandskraft ist bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt, kann jedoch von der Kindheit bis ins hohe Alter erlernt, trainiert und somit selbst beeinflusst werden.