Wenn Hundewelpen nicht nur «Jöö» bedeuten
Tiere in ein anderes Land ein- oder ausführen bedeutet einen grossen administrativen Aufwand. Wenn sich jemand aber entscheidet, illegal ein Tier über die Grenze zu schmuggeln, kann dies grosse Konsequenzen und auch Gefahren haben. Trotzdem steigt die Zahl der unerlaubt eingeführten Tiere weiter an, wie ein Bericht der SRF-Sendung «10vor10» zeigt. Auch in Graubünden ist dieser Trend spürbar, schildert der Bündner Kantonstierarzt.
Die meisten Tiere kommen über Österreich und das Rheintal nach Graubünden. «Wir nennen uns das Einfallstor von Osteuropa», sagt Martin Tschirren, Grenzwächter im St. Galler Rheintal, auf Anfrage von Radio Südostschweiz. Die Hundewelpen müssen verzollt werden, gleichgesetzt mit anderen mitgeführten Waren.
Grösstes Risiko: Tollwut
Giochen Bearth ist für die Bündner und Glarner Tiere als Kantonaltierarzt zuständig. Auch in Graubünden sei man mit dem Trend der steigenden illegalen Tierimports konfrontiert. «Wir befassen uns wöchentlich mit illegalen Importen aus Tollwutrisiko-Ländern. Dies sind vor allem Länder im Osten wie Serbien, Kosovo und Albanien.»
Es gibt laut Bearth drei Möglichkeiten, was mit einem illegal eingeführten Hund geschieht.
- Man weist das Tier zurück ins Ursprungsland.
- Das Tier kommt in Quarantäne. Es wird über eine Zeit von ungefähr 100 Tagen alleine gehalten. Diese Option sei aber eine grosse Belastung für das Tier. Ausserdem gebe es in Graubünden keine Quarantänestation und in der ganzen Ostschweiz nur wenige. Die Tiere seien nach der Quarantäne durch den fehlenden Kontakt zur Umwelt oft verhaltensgestört.
- Nicht selten werden eingeführte Tiere auch eingeschläfert. Tierschützerisch sei dies natürlich die schlechteste aller Varianten.