Weil im Ernstfall jede Sekunde zählt
Die Val Müstair ist bei Skitourengängern sehr beliebt. Die meisten Berge sind über 3000 Meter hoch, aber eher flach abfallend; dadurch kann praktisch jeder Gipfel mit Ski erklommen werden. Doch Touren im winterlichen Gebirge bergen auch Risiken. Abseits der gesicherten Pisten und Wege braucht es eine fundierte Ausbildung und eine entsprechende Ausrüstung inklusive Lawinen-Notfallausrüstung. «Skitourengehen und Schneeschuhlaufen werden in diesem Winter einen Boom erleben», ist Aline Oertli, Leiterin Angebotsentwicklung Biosfera Val Müstair, überzeugt.
Die Val Müstair eigne sich auch hervorragend für Anfänger in diesen Wintersportarten. «Für Anfänger ist es ideal, wenn sie im Tal auch gleich ihre Notfallausrüstung testen und für den Ernstfall trainieren können», meint Oertli. Im Skigebiet Minschuns steht seit wenigen Tagen das neue Avalanche Training Center. Es handelt sich um eine stationäre Anlage zur Übung der Lawinenverschütteten-Suche mit LVS-Geräten und Lawinensonden. Die Handhabung der Notfallausrüstung kann hier unter nahezu realistischen Bedingungen trainiert werden.
Schnelle Reaktion ist wichtig
Oertli hat festgestellt, dass die meisten der vielen Skitourengänger im Tal eine gute Ausrüstung haben, jedoch kaum Möglichkeiten, den Notfall zu üben. «Viele Leute haben ihre Geräte für die Verschütteten-Suche noch gar nicht eingesetzt», erläutert sie. Dabei kann nur mit den nötigen Kenntnissen und mit regelmässigem Training Verschütteten bei einem Lawinenniedergang innert nützlicher Frist geholfen werden. «Das A und O ist, dass man schnell reagieren kann», sagt die Projektleiterin. Und genau diese Fähigkeiten können jetzt in zehn Minuten Fussdistanz von der Talstation in Minschuns trainiert werden.