Wegweiser für die nächsten 15 bis 25 Jahre
DZ: Herr Landammann, können Sie bereits eine erste Bilanz zur Mitwirkung beim KrL ziehen?
Philipp Wilhelm: Wir hatten bis am Freitag 40 Registrationen und 25 Rückmeldungen vermerkt. Das ist eine sehr gute Bilanz. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass gemäss Erfahrungen aus anderen Gemeinden gegen Fristende in der Regel die meisten Eingaben erfolgen. Das Interesse ist also gross, und das ist erfreulich. Eine inhaltliche Bilanz können wir aber erst nach Ablauf der Frist ziehen.
Planen und Umsetzen sind jeweils zwei verschiedene Paar Schuhe. Wie kann die Gemeinde sicherstellen, dass die im KrL angedachten Projekte auch tatsächlich realisiert werden?
Das stimmt. Viele Ideen und Projekte sind nicht allein oder gar nicht durch die Gemeinde umsetzbar. Das KrL selbst ist nicht parzellenscharf oder eigentümerverbindlich. Aber es wird für uns bei allen anstehenden Planungen der grobe Wegweiser für die nächsten 15 bis 25 Jahre. Es zeigt ein Gesamtbild auf und gibt eine Stossrichtung vor, nach der dann konkrete Projekte und weiterführende Plangrundlagen entwickelt werden können, mit denen Davos noch lebenswerter gemacht werden kann. Im Zentrum dabei wird die Gesamtrevision der Ortsplanung stehen. Diese müssen wir von Gesetzes wegen anpassen. Dazu kommen wichtige Teilplanungen wie die neulich lancierte Wohnraumstrategie, die Freiraumplanung oder der sorgsame Umgang mit unserer Kulturlandschaft.
Ähnlich verhält es sich mit dem Verhalten der Menschen, Stichwort Verkehr. Das KrL setzt sich zum Ziel, den Fuss-, Velo- und öffentlichen Verkehr insgesamt zu verbessern. Wie bringt man die Leute in Davos dazu, bei diesem Wechsel mitzumachen?
Nicht durch Zwang oder durch Einschränkung, sondern durch geschickte Planung: Wenn es mit dem geplanten Halbstundentakt aus Zürich der RhB attraktiver wird, mit dem Zug statt mit dem Auto nach Davos zu reisen, wenn man sich im Ort sicher und rasch zu Fuss, per Velo oder mit dem Bus bewegen kann, und wenn mehr Leute nah an ihrem Arbeitsort wohnen können, dann fliesst am Ende auch der Autoverkehr besser, und die Belastung der Strassen und der Siedlungen nimmt ab. Und nicht zuletzt können wir etwa auf der Promenade attraktivere Begegnungs-, Einkaufs- und Flaniermöglichkeiten schaffen. Das würde unserem Wohn- und Tourismusort sehr gut anstehen. All diesen Zielen trägt der aktuelle Vorschlag für das KrL Rechnung.