Warum wir manchmal mit den Wölfen heulen
Der Wolf ist grad in aller Munde, also nutzen wir die Gunst der Stunde und schreiben über eine Redewendung, in der es darum geht, dass wir alle manchmal mit den Wölfen heulen. Richtig meta.
Das Wolfsgeheul, um das es hier im Weitesten Sinne geht, kann fürs menschliche Ohr traurig oder zumindest melancholisch wirken. So hat ein internationales Forschungsteam gemäss «Spiegel Online» herausgefunden, dass Wölfe heulen, wenn sich ein Mitglied aus dem Rudel verabschiedet oder wenn ein Partner stirbt. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass das Heulen der Wölfe ein Sympathiesignal ist, das gezielt zu einem sozialen Zweck eingesetzt wird. Es drückt Zugehörigkeit zu einem Rudel aus.
Wölfe heulen zum Beispiel, um sich zur Jagd zu versammeln oder um Kontakt zum anderen Geschlecht aufzunehmen. Sie haben sogar eine Art eigenen Heuldialekt, der sich nach Region und Gattung unterscheidet. Und, um zurück zur Redewendung zu kommen: Die Tiere hören die Rufe ihres Rudels aus bis zu 15 Kilometer Entfernung – und heulen mit. Das machen auch ihre direkten Nachfahren, die Hunde. Und im übertragenen Sinne auch wir Menschen.
Wer mit den Wölfen heult, ist ein Opportunist oder eine Opportunistin, ein Mitläufer oder sogar ein «Schleimer», wie die «Wirtschaftswoche» schreibt. Sie hat verschiedene Typen von Arbeitskollegen aufgelistet und attestiert dem «Schleimer», die Meinung zu wechseln, sobald der Gesprächspartner das tut und jedem Komplimente zu machen, der ihm nützlich sein könnte. Der Duden definiert ihn etwas neutraler als «Person, die sich aus Nützlichkeitserwägungen schnell und bedenkenlos der jeweils gegebenen Lage anpasst».