Warum steigen immer mehr Menschen aus der reformierten Kirche aus, Herr Knoepfel?
Seit 1970 haben sich die Mitgliederzahlen der evangelisch-reformierten Landeskirche stark minimiert. Woran liegt das?
Ja, der Rückgang ist drastisch. Auch bedingt durch einen dramatischen Wandel in den Wertvorstellungen der Menschen. Wir sind heute viel individualistischer geworden als früher, das Gemeinschaftliche hat an Wichtigkeit verloren. Auch andere Institutionen kämpfen mit der Ausdünnung. Dieser Trend zum Individualismus wirkt sich auch im Religionsleben aus.
Was tut Ihre Kirche, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken?
Wir befinden uns schon seit über zehn Jahren in einem Prozess der Erneuerung, der den ganzen Fächer unseres Kirchenseins von den Angeboten bis zu den Liegenschaften erfasst. Wir bemühen uns, unsere Angebote zu differenzieren den heutigen Bedürfnissen anzupassen. Gerade in der Coronakrise haben unsere Kirchgemeinden und Pfarrpersonen Kreativität an den Tag gelegt und sind auf neuen Wegen auf ihre Mitglieder zugegangen.
Ab welcher Zahl an Mitgliedern müsste man die heutigen Strukturen überdenken?
Unsere Strukturen werden immer wieder angepasst. Es hat Fusionen im Grosstal sowie auf Kerenzen gegeben. Drei Kirchgemeinden in Glarus Nord arbeiten in einem Zweckverband zusammen. Im Kleintal sind Fusionsgespräche im Gang. Die Überprüfung der Strukturen ist eine Daueraufgabe.