Von der Schwierigkeit, die Kirchgemeinde Ennenda zu führen
In der evangelischen Kirchgemeinde Ennenda ist der Kirchenrat handlungsunfähig. Fünf der sechs Mitglieder sind zurückgetreten, der Kantonale Kirchenrat (KKR) der Evangelisch-Reformierten Kirche hat einen Sachwalter eingesetzt. Zwischen dem KKR und den zurücktretenden Ennendaner Kirchenrätinnen und -räten haben aber unmittelbar vor den Rücktritten keine Gespräche stattgefunden, wie beide Seiten nun gemeinsam den «Glarner Nachrichten» gegenüber erklären.
Barbara Fierz als Kirchenrätin seit 2018 und Vertreterin der Zurücktretenden sowie Ulrich Knoepfel als Präsident des KKR haben Auskunft gegeben, wie es zu den Rücktritten kam. Knoepfel bedauert im Rückblick, dass der KKR nicht früher mit den Kirchenratsmitgliedern geredet habe. Vom kollektiven Rücktritt sei er «völlig überrascht» worden: «Wenn wir gewusst hätten, dass es so brennt, hätten wir wohl anders gehandelt.»
Arbeitsüberlastung
Knoepfel sagt, er habe stattdessen darauf vertraut, dass eine bereits angesetzte Sitzung des Ennendaner Rates Klärung brächte: «Mit einer Aufforderung der Fünf an den sechsten Kirchenrat, zurückzutreten und mit dessen Absetzung als Vizepräsident.» Dies angesichts von nicht überbrückbaren Differenzen und Kommunikationsproblemen im Ennendaner Kirchenrat. Aber: Die Sitzung fand nicht mehr statt, die anderen Kirchenratsmitglieder traten vorher zurück.
Hauptgrund für die Rücktritte sei letztlich eine zu grosse Arbeitslast, erklärt Knoepfel: «Sie litten vor allem unter Arbeitsüberlastung und emotionaler Belastung.» Für die Präsidentin und für Barbara Fierz, die sich letztes Jahr notfallmässig auch noch um die Finanzen habe kümmern müssen, seien die persönliche und die Arbeitssituation massgebend geworden.