Verjüngungskur für Kastanienselven
Die südalpinen Kastanienselven der Schweiz sind im vergangenen Jahrhundert beinahe komplett verschwunden. In der Val Bregaglia gibt es sie aber noch: Auf rund 70 Hektaren wachsen die Bäume noch bis in eine Höhe von 900 Metern über Meer, wie dem Projektbericht der Gemeinde Bregaglia zu entnehmen ist. Die Unterscheidung zwischen Kastanienwäldern und Kastanienselven ist wichtig, wie Urs Nüesch, Verantwortlicher für die Verjüngung der Selva auf Anfrage erklärt: «Selven sind Hochstammobstanlagen und immer eine Mischform aus forstlicher und landwirtschaftlicher Nutzung.»
Lange Geschichte
Eingeführt wurden die Kastanienbäume in den Südbündner Tälern vor rund 2000 Jahren von den Römern. Über Jahrhunderte galt die Kastanie im Bergell als Grundnahrungsmittel, wie es auf der Website von Bregaglia Engadin Turismo heisst. Auch wenn die Kastanie als Frucht an Bedeutung verloren hat: In Bregaglia werden die Wälder weiterhin gepflegt. So auch mit dem Verjüngungsprojekt, das seit 2015 läuft und nun seine Fortsetzung findet.