Unterwegs mit den Helden der Lüfte
«Hatten Sie das mit dem Zittern schon mal?», fragt Rega-Notarzt Volker Hübner, als er seine Patientin an den Monitor anschliesst. Puls 96, Blutdruck 154 zu 80. Die Frau liegt in der Corviglia-Bergstation auf einer Holzbank, ihre Begleiterin steht neben ihr und hält den Beutel mit der Infusionslösung hoch. Eine Lungenembolie habe sie vor ein paar Jahren gehabt, sagt sie. Notarzt Hübner, Rettungssanitäter Peter Caviezel und Pilot Giorgio Faustinelli machen sie bereit für den Transport ins Kantonsspital Chur.
Zurück in der Basis in Samedan: Damit die Rega bei ihren Einsätzen möglichst schnell vor Ort sein kann, muss schon bei der Vorbereitung alles rund laufen. Dazu gehören die morgendlichen Briefings über die Grosswetterlage, über spezielle Einschränkungen bei den Spitälern und militärische Schiessübungen, denen man lieber nicht in die Quere kommen will. Dazu gehört aber auch die Wartung der Helikopter. Wie praktisch, dass Rettungssanitäter Peter Caviezel auch Basismechaniker ist. Er unterzieht den Heli einer umgehenden Prüfung.
«Wir starten dort, wo andere aufhören», sagt Faustinelli, der in Samedan auch eine Doppelfunktion hat. Er ist nicht nur Pilot, sondern auch Leiter der Engadiner Regabasis, die höchstgelegene der Schweiz. Hier seien gewisse Faktoren anders als in tiefergelegenen Regionen. Die Luftdichte zum Beispiel: «Wir können hier aerodynamisch nicht dasselbe rausholen. Auch das Triebwerk leistet in dieser Höhe nicht dasselbe.» Faustinelli spricht von einem Leistungsproblem, das sich im Sommer mit hohen Temperaturen noch stärker zeige und das die Crew wettmachen müsse. Weniger Treibstoff tanken oder sogar absaugen lassen oder bei einer Zwischenlandung Material und entsprechendes Gewicht abladen, bevor die Rettungsaktion startet.