Pferdemensch: Die neue Präsidentin Conny Ammann freut sich auf das bevorstehende Pferderennen
von Susanne Turra
Sie ist ein Pferdemensch. Präsidentin des Rennvereins Maienfeld/Bad Ragaz. Im Polosport daheim. Und im Rennstall zu Besuch. Conny Ammann. Erstmals steht sie als Präsidentin vor einem Rennsonntag in Maienfeld. Zum 66. Mal wird der grösste Sportanlass in Graubünden durchgeführt. Und das in einer Randsportart.
«Es gibt viel zu tun», bestätigt Conny Ammann kürzlich in Chur. Sie öffnet ihren Laptop. Ein gewohntes Bild. Aber nicht nur. «Ich arbeite nicht einfach vom Schreibtisch aus», betont die Präsidentin. «Ich gehe raus. Aufs Feld. In den Stall.» So investiert sie regelmässig ihre Ferien in die Termine und Rennzeit. Sie hilft beim Aufbau der Infrastruktur auf dem Maienfelder Rossriet, wo sie selbst mitanpackt. Sie ist den ganzen Sommer über an allen Pferderennen in der Schweiz anzutreffen. In Aarau, Avenches, Dielsdorf und Frauenfeld. Und sie besucht regelmässig einen Rennstall. Den Stall Beliar im zürcherischen Urdorf. Das kommt nicht von ungefähr. «Pampa», ihr verletztes Polopony, geniesst dort einen längeren Aufenthalt. Zur Erholung. Und zum Trainingsaufbau. Trotzdem. Ein Polopony in einem Rennstall. Geht das überhaupt?
Zu gross und schwer
Es ist ein milder Herbsttag auf dem Hof des Rennstalls Beliar in Urdorf. Conny Ammann besucht ihr Polopony «Pampa». Und Ricardo Weiss. Er ist der Neffe von Miro Weiss, dem Champion-Trainer, der den Schweizer Pferderennsport seit mehreren Jahrzehnten aktiv und massiv prägt. Und er verbringt jede freie Minute im Rennstall. Ein Jockey? Ricardo Weiss kommt um die Ecke. Der 26-Jährige ist 194 Zentimeter gross. Und 82 Kilogramm schwer. Damit ist die Frage auch schon beantwortet. Grösse und Gewicht haben seinen Traum als Jockey platzen lassen. Dennoch. Er ist der Sohn eines Rösselers. Und schon als kleines Kind bei jedem Rennen dabei. «Seit ich klein bin, habe ich mich dem Pferderennsport verschrieben», erzählt Ricardo Weiss. «Ich kann mir ein Leben ohne Pferde nicht vorstellen.» Als Bub geht er nach der Schule jeweils direkt in den Stall. Und die Welt bricht für ihn zusammen, als er sein Lieblingspferd «King George» nicht mehr reiten kann. Sein Traumpferd. Das Pferd, das es nur einmal gibt. «Als das Pferd altershalber den Stall verlassen musste, habe ich noch schnell einige Haare aus seinem Schweif entfernt. Als Erinnerung», verrät der Pferdeliebhaber. Aus seiner Stimme klingt Wehmut. «Pampa» wiehert. Und das Gesicht von Ricardo Weiss hellt sich auf. Er begleitet Conny Ammann zu ihrem Polopony.