Tierschützer gründen nach Streit einen neuen Verein
Zwischenrufe, Diskussionen, Anschuldigungen und Teilnehmer, die vorzeitig den Saal verliessen – die Mitgliederversammlung des Vereins Tierschutz Linth am vergangenen Freitag im «Seehof» in Schmerikon lief aus dem Ruder (Ausgabe von Samstag). Ein Antrag zur Abwahl des Vereinspräsidenten René Marti wurde zu später Stunde aber abgelehnt. Er bleibt im Amt. Marti war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Kritiker gehen ihren eigenen Weg
Martis Kritiker, eine Gruppe um Ex-Vereinspräsidentin Heidy Kessler, haben am Wochenende bereits ihre Konsequenzen aus den Erfahrungen vom Freitag gezogen und einen eigenen Verein gegründet. Er heisst Tierfreunde Linth. Sabrina Duft und Corinne Meister, die beide auch schon im Vorstand von Tierschutz Linth sassen, führen den neuen Verein im Co-Präsidium. «Marti hilft niemandem mehr, der nicht Mitglied in seinem Verein ist, und hat das Budget für Katzenkastrationen heruntergefahren», sagt Meister. «Deshalb unternehmen wir etwas.» Der neue Verein sei Ansprechpartner in allen Fällen, in denen Tiere in Not seien. «Wir freuen uns über neue Mitglieder.» Das Team sei breit aufgestellt und könne auf ein gutes Netzwerk zählen.
Auch Kessler ist im neuen Verein dabei. «Wir haben schon einige Mitglieder», sagt sie. Nun gelte es, den Frust der letzten Zeit zu vergessen und nach vorne zu schauen. Die Mitgliederversammlung vom Freitag bezeichnet Kessler, deren Mann mit seinem Antrag auf Abwahl des Präsidenten scheiterte, als «Debakel». Sie ist nicht die Einzige, die Kritik äussert.
«Es war chaotisch»
Mit dabei im «Seehof» war auch SVP-Kantonsrat René Bühler: «Es war chaotisch, das ging schon am Anfang los, als der Präsident nicht auf einen Ordnungsantrag von Frau Kessler eintrat.» Bühler verwunderte auch, dass die Presse zunächst nicht in den Saal durfte. «Wenn man nichts zu verbergen hat, lässt man sie doch rein.» Auch die Kontrolleure am Eingang überraschten den Kantonsrat. «Ich habe so etwas noch nie erlebt. Es war abschreckend und befremdend», sagt Bühler.