Besuch in der Laaxer Freestyle Academy: Was hat die Bündner Skateszene mit dem Big Air zu tun?
von Jasmin Klucker
Der Betonboden von der Sonne angeleuchtet, die Rails auf dem Platz verteilt, grosse und kleine. Skateboards am Rande der Mauer angelehnt. Von ganz klein bis erwachsen, alle in ihrem Element. Erstaunlich, wie gut es die Kleinen schon beherrschen. Stolze Gesichter der Eltern, überall wo man hinschaut. Im Eingang der Freestyle Academy in Laax steht Julian Roth. Mit seinem sehr locker sitzenden weissen Shirt und seinen etwas verwaschenen Skaterhosen kann man sofort erkennen, was sein Lifestyle ist. Er arbeitet seit zwei Jahren in der Freestyle Academy als Skatelehrer, seine Leidenschaft hat ihn nach Laax geführt. Er streckt mir ein Board entgegen und sagt lachend «Los.»
Durch ein Drehkreuz gelangt man ins Innere der Freestyle Academy. Erstaunlicherweise ist es ein riesengrosses Zirkuszelt. Wir kennen es vom Zirkus Knie, die roten grossen Sterne und das bekannte Königsblau. Eine wirklich aussergewöhnliche Location, um Skaten zu lernen, oder um zu trainieren. Es ist alles vorhanden, was ein Skater, eine Skaterin braucht. Von der Micro Ramp zur Mini Ramp bis zu einer grossen Skate Bowl. Daneben grosse Trampoline, die sehr beliebt sind für Freeskier oder Snowboarderinnen, die ihre Tricks zuerst mal trocken üben wollen. Die Landung ist deutlich sanfter als auf dem Schnee. Trainieren hier auch Fahrerinnen und Fahrer, die am Big Air starten? «Ich weiss von Andri Ragettli, dass er manchmal hier trainiert. Sonst ist es eher der Nachwuchs, der im Moment noch das Laax Open und andere regionale Wettkämpfe bestreitet», sagt Julian Roth.
Oben stehend mit dem Blick auf die Bowl schaue ich dem 27-jährigen Skater zu, wie er mit einer Leichtigkeit Tricks macht, die bestimmt viele Stunden Übung gebraucht haben. Es sieht deutlich einfacher aus, als es ist. Muss man etwas Spezielles mitbringen, um Skaten zu lernen? «Eigentlich kann es jede und jeder lernen, es braucht einfach eine Portion Mut und ein bisschen Balance. Das sind sicher die wichtigsten Voraussetzungen. Es ist ein Sport, der für alle zugänglich ist. Man braucht nicht die teuersten Skateschuhe oder das beste Brett. Zum Anfangen reicht ein günstigeres Einsteigerboard.»