Wieso wir auf der rechten Seite fahren
Als Links- und Rechtsverkehr wird die Fahrspur bezeichnet, auf der die Verkehrsteilnehmenden aus eigener Sicht fahren. In ganz Kontinentaleuropa herrscht heute Rechtsverkehr. In Grossbritannien und Irland wird auf der linken Seite gefahren. Von 221 Staaten und Gebieten der Erde gilt in 59 Linksverkehr. Dies hauptsächlich in früheren britischen Kolonien. Die Verkehrsausrichtung hat historische Gründe. Da ein Wechsel mit viel Aufwand und hohen Kosten verbunden ist, wird sie heute kaum noch umgekehrt.
Am Anfang war der Linksverkehr
Anders als heute dominierte historisch der Linksverkehr. Es gibt verschiedene Erklärungen für diesen Umstand. Die meisten Theorien führen ihn darauf zurück, dass die Norm von Rechtshänderinnen und Rechtshändern bestimmt wurde und übrigens immer noch wird.
Schon die Völkerwanderer seien auf der linken Strassenseite gelaufen. So konnten sie Rückreisende mit der rechten Hand grüssen. Mit dieser Hand grüssten sie, um dem Gegenüber zu signalisieren, dass sie unbewaffnet sind. Rechtshänder trugen das Schwert nämlich auf der linken Seite, um es im Kampf besser mit Rechts ziehen zu können.
Noch heute wird das Pferd ebenfalls von der linken Seite aus gesattelt und bestiegen. Auch das hat historische Wurzeln: Denn wäre der Reiter von rechts auf sein Pferd gestiegen, hätte er das Tier mit seinem Schwert verletzen können. Da er aber von links aufstieg und das Schwert auf der linken Seite hing, blieb das Pferd geschützt. Danach ritt er sogleich auf der linken Strassenseite weiter – somit war auch der Pferdeverkehr Linksverkehr.
Napoleon schrieb den Rechtsverkehr vor
Im Zuge der Französischen Revolution hat der Politiker Maximilien de Robespierre per Gesetz den Rechtsverkehr angeordnet. Zu dieser Zeit dominierten in Frankreich berittene Gespanne. Dabei wird der Wagen vom Pferd aus gelenkt. Napoleon hat auf seinen Feldzügen in den eroberten Ländern den Rechtsverkehr eingeführt. Alle, ausser die Länder der Donaumonarchie, blieben dabei.