Solidarität ist weiterhin gefragt
Die Bündner Bevölkerung hat sich in der Corona-Krise solidarisch bewiesen. Unzählige Vereine, Organisationen und auch Privatpersonen haben den Menschen, die der Risikogruppe angehören, ihre Hilfe angeboten. Sie haben Einkäufe erledigt, Medikamente geliefert oder Kinder betreut. All diese Tätigkeiten und noch weitere werden immer noch von vielen angeboten, sodass die besonders gefährdeten Personen der Gefahr einer Ansteckung möglichst nicht ausgesetzt sind.
Vergangenes Wochenende hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Empfehlungen für die Risikogruppen angepasst. Erwachsenen über 65 Jahre und Personen mit Vorerkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck dürfen ihr Zuhause wieder verlassen, solange sie die Hygienemassnahmen einhalten. Durch diese Lockerungsmassnahmen gehen viele Personen wieder selber einkaufen, wie Claudia Darnuzer vom OK-Team des Frauenvereins Jenaz sagt. Deshalb sei der Bedarf an Hilfe abgeflacht und die Betroffenen seien froh, wieder selber einkaufen zu können. Nebst den Einkäufen hat der Frauenverein Jenaz auch Kinderbetreuung angeboten. Zu den Dienstleistungen zieht Darnuzer ein positives Fazit: «Die Betroffenen waren sehr froh über unsere Dienstleistungen und auch das Umfeld hat es sehr geschätzt, dass der Frauenverein seine Unterstützung angeboten hat.»
Bedarf ist immer noch da
Auch der gemeinnützige Verein Chur Plus bietet seit einiger Zeit einen kostenlosen Lieferdienst an und erledigt Einkäufe für Menschen, die zur Risikogruppe gehören oder in Quarantäne sind. «Der Bedarf ist immer noch da», sagt Claudio Jäger, Präsident von Chur Plus. Es gebe Tage, an denen sehr viele Bestellungen rein kämen und solche, an denen weniger bestellt werde. «Insgesamt haben wir bisher über 800 Bestellungen ausgeliefert und zwölf Mitarbeiter im Einsatz», so Jäger. Die Lieferdienste seien bis mindestens Ende Juli vorgesehen. «Wenn es uns aber weiterhin braucht, dann auch länger», sagt Jäger und fügt hinzu: «Seit Beginn der Lieferdienste haben wir immer sehr gutes Feedback erhalten. Die Betroffenen sind sehr froh darüber», sagt Jäger. Wegen dieser guten Rückmeldungen und der hohen Nachfrage, werde der Lieferdienst eventuell sogar noch ausgebaut und liefere dann beispielsweise auch Produkte aus Blumenläden, so Jäger.