So funktioniert das Contact Tracing in Graubünden
Contact Tracing ist der Schlüsselbegriff für die Nachverfolgung und somit die Eindämmung der Ansteckungen mit dem Coronavirus. Dabei ist das Ziel, die Infektionsketten zu unterbrechen, indem die Erkrankten und deren Kontaktpersonen umgehend in Isolation respektive in Quarantäne gesetzt werden können. Wie das genau abläuft und organisiert ist, erzählt Nicole Patricia Dahmen, Leiterin des Contact Tracing im Kanton Graubünden, im Interview mit Patrick Ulber.
Wie sieht ein Tagesablauf von Ihren Contact Tracern aus?
Die Hotline ist aufgeschaltet von 8 bis 17 Uhr. Wir treffen uns entsprechend vor 8 Uhr, um zu besprechen, was reingekommen ist, wir schauen die Aufgaben an, die anstehen und verteilen diese.
Wie läuft das genau ab, wenn Sie jemanden anrufen und sagen, dass er/sie Kontakt mit einer Covid-19 infizierten Person hatte?
Es ist alles unter absolutem Datenschutz. Wir dürfen da nichts über die Person sagen, mit der man Kontakt hatte. Wir rufen die Person an und sagen, dass sie Kontakt zu einer infizierten Person hatte. Dann gibt es einen Fragebogen, den wir systematisch abfragen. Wir bekommen die Informationen vom Arzt der erkrankten Person geschickt beziehungsweise die erkrankte Person muss ihre Kontaktpersonen angeben und wir telefonieren diese dann ab.
Was sind das für Fragen, die Sie den Leuten stellen?
Die Fragen sind nach den Symptomen der Person. Ob sie Symptome haben oder nicht. Wie es ihnen geht. Ob sie irgendwelche Bedürfnisse haben. Ob sie medizinische Hilfe brauchen etc.
Seit dem 11. Mai ist das Contact Tracing in Graubünden eingeführt. Wie viele Personen sind bei Ihnen aktuell im Einsatz?