Schnee treibt Wild und Wolf ins Tal
Nachdem im letzten Winter zahlreiche Wolfsbeobachtungen aus dem Streifgebiet des Schiltrudels zwischen Kerenzerberg, Schilt und Engi gemeldet wurden, war es im Sommer um diese Tiere ruhig geworden. Wie der Kanton Glarus mitteilt, konnte dank Aufnahmen von drei bis vier Jungwölfen erst im November festgestellt werden, dass sich das Rudel vermehrt hat.
Dass sich ein Wolfsrudel im eidgenössischen Jagdbanngebiet Kärpf mit sechs Jungtieren vermehrt, konnte im Verlaufe des Sommers nachgewiesen werden. Gemäss der Mitteilung handelt es sich beim Muttertier um eine Wölfin, die sich schon länger im Sernftal aufhält. Der Rüde hingegen stamme aus dem Balkan und wurde erstmals Anfang Februar im Kanton Glarus gesichtet. Zudem seien verschiedene Einzeltiere im Kanton unterwegs. So konnte ein Weibchen aus dem Kanton Wallis festgestellt werden, welches den Kärpf durchquerte.
Wegen des Wintereinbruchs werden Wildtiere vermehrt den Talboden aufsuchen und sich in Dorfnähe aufhalten. Die Wölfe werden ihren Beutetieren folgen. Der Kanton Glarus weist deshalb darauf hin, dass mit vermehrten Wolfsbeobachtungen gerechnet werden muss. Auf der Homepage des Kantons sind Informationen zum Wolf und zum empfohlenen Verhalten aufgeführt.
Herdenschutzmassnahmen zeigen Wirkung
Allgemein hielt sich der Schaden durch den Wolf in diesem Jahr in Grenzen. Vom Schiltrudel wurden 2021 keine Nutztierrisse auf Glarner Boden gemeldet. Unklar sei, ob das Rudel für den Angriff auf eine Kuh im Murgtal verantwortlich war, heisst es weiter.
Vom Rudel aus dem Kärpf sind drei Angriffe mit insgesamt zehn getöteten Nutztieren (drei Ziegen, sieben Schafe) sowie fünf vermissten und etwa 20 verletzten Schafen und Ziegen bekannt.
Da das Bundesamt für Umwelt (Bafu) den getätigten Herdenschutz als nicht hinreichen einstufte, lehnte das Bafu das beantragte Regulationsgesuch ab.