Rund um den Bahnhof hat die Polizei am meisten zu tun
Die meisten Glarnerinnen und Glarner halten sich an die Abstandsregeln, um das Coronavirus einzudämmen. Doch am Bahnhof Glarus und im Volksgarten in Glarus musste die Polizei wiederholt eingreifen, um Menschenansammlungen aufzulösen. Dort kam es «deutlich zu den meisten Einsätzen auf dem Kantonsgebiet», wie Daniel Menzi, Mediensprecher der Kantonspolizei Glarus, sagt. «Dies ist auch aktuell noch so.»
Dass solche Einsätze nicht immer einfach verlaufen, berichtet ein Kantonspolizist in der aktuellen Ausgabe der Mitgliederzeitschrift des Zentralverbandes Öffentliches Personal Schweiz. «Insbesondere das Klientel am Bahnhof Glarus zeigt wenig Verständnis und tritt teilweise sogar bewusst provokativ auf und nutzt die Covid-19-Umstände zu ihrem Vorteil», schreibt der Kantonspolizist. Bei einem «sehr unschönen» Vorfall seien zwei Polizisten bespuckt worden. Der Aggressor habe behauptet, er sei mit dem Coronavirus infiziert. Die beiden Polizisten mussten sich danach über 24 Stunden isolieren, bis die Ärzte nach einem Coronatest des Festgenommenen Entwarnung gaben.
«Situation besser als erwartet»
Polizeisprecher Daniel Menzi bestätigt, dass Kantonspolizisten mit einer Coronavirus-Infektion gedroht wurde. «Bespuckt wurde eine Patrouille glücklicherweise nur einmal», sagt Menzi. «Es kam aber noch zweimal vor, dass straffällig gewordene Personen damit ‹gedroht› haben, dass sie Covid-19-positiv seien.» In allen Fällen stellte sich laut Menzi nach Tests heraus, dass die Personen negativ waren.
«Die Situation hat sich besser entwickelt als ursprünglich erwartet», relativiert Menzi den in der Aprilausgabe erschienen Bericht. Zu Beginn hätten sich die Leute noch an die Abstandsvorschriften gewöhnen müssen. «Die Bevölkerung hält sich insgesamt gut an die Vorschriften und wir hoffen, dass das auch während der schrittweisen Lockerung so bleibt», sagt Menzi.