Namasté Nepal!
von Corina Gerster
Mein Fazit nach vier Wochen in Nepal? Ich bin hier wirklich wahnsinnig gern. Bin fasziniert von der Natur, gefühlt kugelrund vom würzigen Essen und tiefenentspannt wie Buddha höchstpersönlich. Okay, fascht. Aber spirituell schweb ich jetzt scho bitz ufere neue Wolke. Für eine Woche im buddhistischen Kloster mitsamt Schweigeretreat wäre ich glaub ready. Wie kann man auch anders, wenn im Hintergrund stets die Glockenspiele bimmeln oder einer Mantras und Gebete singt?! So klingts praktisch überall. Einerseits ist das Land pumpenvoll mit farbig verzierten Stupas, Tempeln und Pagoden. Andererseits trägt der Wind die Geräusche bis nach Indien und wieder zurück. Voll idyllisch, oder?! Ebenso idyllisch bevorzugt manch ein Nepali die Outdoor-Dusche. Zahlreiche Männer und Frauen nehmen in den Flüssen ein Bad. Grund dafür sei nicht zwingend das Fehlen einer Dusche, erklärte uns ein Herr in Riepe. Stattdessen sei die Reinigung in kaltem, natürlich fliessendem Wasser vielfach von kultureller und religiöser Bedeutung.
Kaum angekommen, schnäuze ich schwarz.»
Doch Idylle hin oder her, in Kathmandu weht ein anderer Wind. Beziehungsweise weht hier nur der Partikel-Cocktail. Namasté, du abartigi Luftverschmutzig. Kaum angekommen, schnäuze ich schwarz. Mein Mund fühlt sich an, als hätte ich Kieselsteine geknabbert. Die Abgase, kombiniert mit dem Staub von zahlreichen Bauarbeiten, sind katastrophal. #NoFilter ist hier keine Option. Ohne Atemschutzmaske sollte man gar nicht erst das Haus verlassen. Zudem überrascht mich auch die Abfallsituation auf ein Neues. Leider. So vill Güsel! Kilometerlang häufen sich Plastikflaschen und -säckli, Chipstüten und Aludosen. Hunde, Kühe und Ziegen versuchen, zwischen all dem Güsel noch etwas Essbares zu finden. Dass es hier gängig ist, den Abfall fleissig zum Fenster raus zu werfen, das muss ich wohl schlucken.