Ohne Freiwilligenarbeit kein Sportanlass, kein Konzert und keine Kunstausstellung
Viele Vereine, Gruppen und Mannschaften funktionieren dank freiwilligem Engagement. Dieses Engagement werde zu wenig anerkannt, sagt Günther Engler, welcher sich seit vielen Jahren für die Freiwilligenarbeit im Kanton Graubünden einsetzt, in der Sendung «RSO im Gspröch». Engler ist Präsident der Stiftung «Benevol Graubünden», welche freiwillige Arbeiter an Vereine vermittelt.
Selbstverständlichkeit als Schwierigkeit
Das Problem sei, dass freiwilliges Engagement im Sport als selbstverständlich angeschaut wird, sagt Günther Engler. «Das Selbstverständnis rächt sich, denn die Vereine findet keine Leute für die Ämter. Viele wollen entweder Geld verdienen oder bleiben kaum länger als ein Jahr.»
Diese Aussage unterstützt auch Thierry Jeanneret, Leiter der Ableitung Sport des Amtes für Volksschule und Sport. «Es ist eine zunehmende Herausforderung, Leute für Vereine zu finden.» Es sei einfacher, Freiwillige für einen einmaligen Anlass zu engagieren. «Über längere Zeit lassen sich immer weniger Leute einbinden. Es wird schwierig, sobald man regelmässig einmal pro Woche gebunden ist», so Jeanneret weiter.
Engagierte werden benötigt
Während dem Frauenstreik im Juni sei Engler ein spezieller Gedanke gekommen, wie er erzählt. «Man müsste sich vorstellen, dass alle Freiwilligen streiken. Dann gäbe es keinen Sportanlass, keine Verpflegung, kein Konzert und keine Kunstausstellung.»
Engler hofft, dass diese unbezahlte Arbeit in Zukunft auf mehr Anerkennung stösst. «Viele Freiwillige arbeiten bis zu 40 Jahren mit Herzblut in einem Verein, ohne je richtig verdient zu haben.»