Nicht mehr nur «der Stachel im Fleisch»
«Die Wildmannli Tafel uf Tafaas will für unsere Region Davos Klosters als Denkfabrik Visionen und strategische Zielvorgaben entwickeln sowie für einen langfristigen Zeithorizont Lösungen zur Pro-sperität vorschlagen. Wir geben Denkanstösse, die in grösseren Umrissen langfristig, über die Tagespolitik hinaus ausgerichtet sind. Wir tun unsere Standpunkte zu grundlegenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Themen der Region kund», so umschreibt der Verein sein Wirken. Die Wildmannli – an ihren offiziellen Treffen tragen sie Tenü «Chutta» und halten sich jeweils an genau vorgegebene Prozedere – waren bislang der Stachel im Fleisch der Davoser Politik. Nun scheint sich das Blatt in Richtung gemeinsame Sichtweise gewendet zu haben.
Wildmannli-Ideen nicht mehr länger abstrakte Gebilde
Obmann Hans-Rudolf Strickler stellte gleich zu Beginn klar: «Man kann nicht sagen, dass in der Davoser Politik nichts läuft». Was ihn am meisten freute: «Viele Ideen der Wildmannli werden im aktuellen Legislaturprogramm reflektiert». Die Resonanz auf ihre Anliegen – beispielsweise Digitalisierung oder Verkehrs-planung – sei zu Beginn nicht so gross gewesen, meinte Strickler. Doch: «Seit der neue Landammann im Amt ist, kommen unsere Ideen langsam in den Köpfen an». Allerdings wollen sich die Wildmannli nun nicht auf den Lorbeeren ausruhen und formulieren daher bereits neue Forderungen: «Es gibt im Bereich der Planung noch viele ‹loose ends›; sprich Teile, die noch nicht zusammen passen. Darauf haben wir schon vor Längerem hingewiesen.» Als Beispiel nannte Strickler die Interpellation des Grossen Landrates Claudio Rhyner «betreffend Davoser Strategie zu einer übergeordneten Verkehrsplanung und Koordination der verschiedenen kommunalen Detailplanungen» (siehe DZ vom 30. August). Die Wildmannli würden sich bald zum das Generationenprojekt äussern – und dies durchaus kritisch.