Nasses Glarnerland
von Felix Blumer*
Das hydrologische Jahr dauert jeweils vom 1. Oktober bis zum 30. September des Folgejahres (siehe grüne Box unten). Entsprechend ging vorgestern das hydrologische Jahr 2018/19 zu Ende.
Im Westen und Süden war es in der Regel wieder deutlich zu trocken, im Westen teilweise sogar noch trockener als im Vorjahr mit dem Dürresommer 2018. Im Osten gab es dagegen an vielen Orten mehr Niederschlag, so auch im Glarnerland, besonders im Süden des Kantons.
Der Osten war vielerorts zu nass
Im östlichen Mittelland, aber auch in den östlichen Alpen und in Nord- und Mittelbünden war das hydrologische Jahr 2018/2019 zu nass. In Chur gab es beispielsweise 25 Prozent mehr Niederschlag als in einem Durchschnittsjahr, und auch auf dem Säntis und in St. Gallen lagen die Werte deutlich über dem Durchschnitt. Der Kanton Glarus liegt da voll im Trend. In Elm und Braunwald war es deutlich zu nass, in Glarus war es im Vergleich zur klimatologisch relevanten Norm der Jahre 1961 bis 1990 ebenfalls zu nass, im Vergleich zur neueren Norm 1981 bis 2010 leicht zu trocken. Im Gegensatz zur Temperatur ist es beim Niederschlag viel schwieriger, eindeutige flächige Aussagen machen zu können, denn ein einziges heftiges Gewitter an einem Ort kann die Statistik stark beeinflussen. Generell scheint sich aber der Trend zu bestätigen, dass die Jahr-zu-Jahr-Schwankungen viel grösser sind als der allgemeine Trend.
Gletscher mussten leiden
Die Trockenheit im Sommer 2018 sorgte für grosse Schlagzeilen. Es war einer der trockensten Sommer überhaupt, an vielen Orten sogar der zweittrockenste seit 1947. Entsprechend erstaunlich ist es auf den ersten Blick, dass das hydrologische Jahr 2018/2019 im westlichen Mittelland an vielen Orten noch trockener war als das Vorjahr. Massgebend dazu beigetragen haben die Winterniederschläge, war doch der Winter 2017/2018 im Westen sehr nass, und auch der Sommer 2018 war im westlichen Mittelland nicht so trocken wie im Osten der Schweiz, wo sich die Trockenheit am meisten auswirkte. Umgekehrt war der Winter 2018/19 speziell im Osten sehr nass, hingegen deutlich weniger im Westen. Es folgte ein Sommer, der speziell in der Romandie sehr trocken war.