Mit «Landwirtschaft macht Schule» Berührungspunkte schaffen
Von Laura Kessler
Auf der Leinwand leuchtet ein Wimmelbild eines Bauernhofes auf. Ein üppiger Garten, Wiesen mit Blumen, Kühe, Schweine, Hühner. Ein Bild wie aus dem Bilderbuch – wortwörtlich und im übertragenen Sinne. Denn die Schweizer Landwirtschaftsbetriebe präsentieren sich heute anders. «Sie haben sich spezialisiert», erklärt Florian Stucki, Landwirt und Referent des Vereins Agro-Image. Mit dem Projekt «Landwirtschaft macht Schule!» steht er an einem Dienstagvormittag Ende März vor einer ersten Oberstufenklasse in Zizers.
«Beim Thema Landwirtschaft gehen die Schülerinnen und Schüler auf Distanz», sagt Claudio Gujan, Lehrer in der Oberstufe Zizers, kurz zuvor beim Kaffee. Landwirtschaft sei nicht wirklich angesagt. Das bestätigt auch Sina Rellstab vom Bündner Bauernverband.
Die Landwirtschaft wieder näher zur Gesellschaft bringen»Sina Rellstab, Bündner Bauernverband
Die meisten Kinder würden nicht mehr auf einem Bauernhof aufwachsen und hätten deshalb auch kaum Berührungspunkte mit der Landwirtschaft, sagt sie. «Mit solchen Projekten wollen wir die Landwirtschaft wieder näher zur Gesellschaft bringen und besonders in der Oberstufe mit ganzheitlicher Wissensvermittlung und interaktiven Fragestellungen zum Denken anregen», meint sie weiter.
Und so fragt Florian Stucki auch gleich zu Beginn, wer von den Schülerinnen und Schülern auf einem Bauernhof lebt. Die Hände bleiben unten. Und weiter will er wissen, für was die Landwirtschaft denn nötig sei. Stille. «Fürs Essen», kommt dann doch eine Antwort. Es bleibt vorerst dabei. Die Lektion nimmt ihren Lauf und Florian Stucki taucht tiefer ins Thema ein. Er deckt auf, weshalb in der Schweiz Landwirtschaft betrieben wird, geht auf die Geschichte ein, erklärt, was Direktzahlungen sind, klärt über verschiedene Arten der Tierhaltung auf und nennt diverse Zahlen.