Mit kühlem Kopf durch die Hundstage
Der Hochsommer ist da – wenn auch mit etwas Verspätung. Temperaturen jenseits der 30 Grad laden zum süssen Nichtstun am Badestrand oder im heimischen Garten ein – dennoch können die hohen Temperaturen den Menschen und der Natur auch einiges abverlangen. Die Churer Stadtpolizei reagierte bereits und verteilte diese Woche gratis Wasserflaschen im Stadtgebiet, um die Bevölkerung vor den Auswirkungen der Bullenhitze zu schützen.
Und auch die anderen Bündner Regionen schmoren unter der erbarmungslosen Sommersonne der Hundstage. Als Hundstage werden die statistisch wärmsten 30 Tage des Jahres bezeichnet, vom 23. Juli bis 23. August. In der Region Misox wurde deshalb sogar ein generelles Feuerverbot erlassen (Ausgabe von gestern).
So heiss wirds in Graubünden
Graubünden darf sich auf ein hitziges Wochenende einrichten – so viel steht fest. Gemäss Christoph von Matt vom Wetterservice Meteotest klettern die kommenden Tageshöchstwerte auf bis zu 34 Grad (detaillierte Wetterprognose siehe Seite 27). Als Grund für die Hitzewelle nennt er die sogenannte «Südwestanströmung». Dabei gelangt heissere, subtropische Luft aus dem Mittelmeerraum in die Schweiz. Zusammen mit dem anhaltenden Hochdruckwetter und der damit verbundenen starken Sonneneinstrahlung heizt dies die Lufttemperatur auf. Die heissesten Temperaturen in den nächsten Tagen werden gemäss dem Wetterexperten in der Region Domleschg erwartet. In Chur geht man von ähnlichen Werten aus. Nicht übertreffen werden die prognostizierten Temperaturen jedoch den Schweizer Hitzerekord von 41,5 Grad – gemessen 2003 in der Misoxer Gemeinde Grono.
Keine «klassische» Hitzewelle
Aus meteorologischer Sicht von einer «Hitzewelle» zu sprechen, ist laut von Matt aber ein Grenzfall. Die Definition einer Hitzewelle berücksichtige sowohl die Temperatur als auch die Anzahl aufeinanderfolgender Tage, erläutert der Meteorologe. Hierbei sei von drei bis fünf aufeinanderfolgenden Tagen mit Temperaturen von über 30 Grad auszugehen. Da in Graubünden in den meisten Orten aktuell höchstens drei aufeinanderfolgende Hitzetage erwartet werden, sei der Begriff «Mini-Hitzewelle» passender, so der Wetterexperte weiter.