Junge Unternehmen aus Schiers setzen etwas in Gang
von Cindy Ziegler
Das Schulzimmer als Start-up-Büro. Ungewöhnlich und doch passend. Schliesslich wird hier getüftelt, ausprobiert und Wissen erlangt. Betrachtet man das Interieur, könnte man tatsächlich denken, man befindet sich in einem hippen Co-Working-Space. Die jungen Menschen, die sich hier in diesem Zimmer der evangelischen Mittelschule Schiers (EMS) zusammengefunden haben, sind Gründerinnen und Gründer. Sie sind CEOs, CFOs, CAOs, CPOs, CMOs oder CTOs. Sie führen Unternehmen und Teams, sind verantwortlich für die Finanzen, leiten Abläufe, entwickeln Strategien, entwerfen Marketingkonzepte und sorgen dafür, dass die Technik funktioniert. Verantwortungsvolle Aufgaben, die die Schülerinnen und Schüler in der realen Welt erfüllen müssen.
Die Schulglocke läutet. Für das Gespräch mit der «Büwo» haben die Teams der Unternehmen «Holzgruass», «Grischa Duft» und «Candeila» schulfrei bekommen. Im Klassenzimmer sitzen sie zusammen, die Kleidung aufeinander abgestimmt. Auf den Tischen, an denen sie sonst Matheaufgaben lösen oder Aufsätze schreiben, liegen fertige Produkte. Postkarten aus Holz, Arven-Duftbäume und Duftkerzen aus Restwachs. Die Produkte sind das Resultat intensiver Arbeit. Von der Idee über den Businessplan bis zur Herstellung. Alles lag und liegt in der Hand der Jugendlichen.
Regional und nachhaltig
Es ist mehr als eine Maturaarbeit. Es sind Herzensprojekte und echte Unternehmen, das merkt man. Es geht den Jugendlichen darum, Verbindung zu schaffen. Zueinander, zu den Kundinnen und Kunden, aber auch zur Region und zur Umwelt. Alle haben sie sich vor allem Letzteres auf die Fahne geschrieben: Regionalität und Nachhaltigkeit. Warum? «In den Zeiten des Klimawandels können wir kein Produkt entwickeln, das nicht nachhaltig ist», meint Matteo Biancu von «Holzgruass». Die anderen nicken und ergänzen. «Uns als Sportler ist die Regionalität und die Verbindung zur Natur sehr wichtig», heisst es von der anderen Seite des Schulzimmers von den vier Jungen von «Grischa Duft». Und auch die Gründerinnen und Gründer von «Candeila» meinen: «Wir wollen ein Zeichen setzen, dass auch recycelte Sachen cool sein können.»