Mädchen an die Front
Nein, tönt es dazu aus voller Überzeugung vonseiten der Wissensstadt Davos. Anfangs Jahr übernahm Geoff Richards, Institutsleiter am AO Forschungsinstitut, die Präsidentschaft der Organisation zur Stärkung und Vergrösserung der Wissensstadt in den Bündner Alpen. Der neue Präsident schrieb sich die Themen Vielfalt, Einbezug aller und Öffentlichkeitsarbeit auf die Fahne und will Ein- und Zweitheimische einladen, tatkräftige Elemente der Gemeinschaft zu werden. Doch nicht nur der Präsident ist neu. Von Amtes wegen nahm Philipp Wilhelm Einsitz und erhielt gleich die Verantwortung für das Gebiet Kultur überantwortet. Aus dem vorherigen Vorstand übernommen wurde Franco Item, Geschäftsführer der Schweizerischen Textakademie und zuständig für die Bereiche Literatur und Geschichte. Bildung und Veranstaltungen sind die Zuständigkeitsbereiche von SAMD-Rektor Severin Gerber. Richards freut sich aber besonders, Katja Bärenfaller, Gruppenleiterin am SIAF, und Louise Harra, Institutsleiterin des PMOD, für den Vorstand gewonnen zu haben. Bärenfaller ist nun für Lebenswissenschaft und Twitter verantwortlich, Harra übernimmt die Bereiche Solarwissenschaft und Bewusstsein für MINT. Geschäftsführer und zuständig für Sport und Gesundheit ist weiterhin Walter O. Frey, Belegarzt in der Klinik Hirslanden.
MINT als Lebensschulung
Doch zurück zum eingangs gezeichneten Bild der Interessensverteilung zwischen den Geschlechtern. «MINT ist in vielerlei Hinsicht wichtig», sagt Louise Harra. «Alle Kinder müssen die Möglichkeit haben, diese Fähigkeiten zu entwickeln. Sie berühren alle Aspekte unseres Lebens. Das Lernen in den MINT-Fächern vermittelt die Fähigkeit zum kritischen Denken und weckt eine Leidenschaft für Innovation und Problemlösung. Dies hilft uns in allen Lebenssituationen – vom Verständnis einer medizinischen Diagnose bis hin zum Begreifen und Lösen des Klimawandels.» So bietet die Wissensstadt im Mai drei Online-Camps für Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren an. Entwickelt und organisiert wurden sie von der Westschweizer Organisation «Empowerment Lab», das vom Bundesamt für die Gleichstellung von Frau und Mann gefördert wird. Die Lerninhalte sollten ursprünglich das Interesse von Mädchen im Alter von 12 bis 18 Jahren für MINT-Fächer wecken. Im Sinne einer gelebten Gleichstellung sind Jungen aber auch eingeladen, sich zu beteiligen.