Lost – Schiffsirrfahrt im Südpazifik
Mariachatrina Gisep Hofmann
Als Reiseleiterin begleite ich eine Gruppe von Schweizer Gästen auf eine Südseereise mit dem Titel: «In 44 Tagen um die Welt». Ich betreue 36 deutschsprachige und zehn französischsprachige Gäste. Die erste Etappe verläuft per Flug von Zürich nach Singapur mit zwei Übernachtungen. Diese Stadt ist faszinierend, doch das Coronavirus ist auch hier präsent. Alle Einheimischen tragen Gesichtsmasken, und überall wird desinfiziert und kontrolliert. Uns Schweizern wird an allen Orten inklusive beim Hoteleingang das Fieber gemessen mit einem modernen Stirnfiebermesser.
Der Weiterflug bringt uns nach Sydney in Australien. Hier gibt es keine sichtbaren Zeichen des Coronavirus, wir können die tolle Stadt in vollen Zügen geniessen. Unsere Gruppe kommt sehr spät zur Einschiffung am Hafen an. Zur Begrüssung teilt man uns mit, es gäbe eine neue Reiseroute und gewisse Inseln werde man nicht anfahren. Grund: Die Regierung habe ein Verbot für Kreuzfahrtschiffe erlassen aus Angst vor einer Coronavirus-Pandemie. Dies betreffe Neukaledonien, Vanuatu und Samoa, insgesamt sechs Inseln, doch der Hafen von Brisbane in Ostaustralien sei kein Problem.
Natürlich sind meine Schweizer Gäste sehr enttäuscht, aber ich vertröste sie auf die wunderschönen sechs polynesischen Inseln auf Tahiti und die drei Hawaii-Inseln. Unterwegs teilt der Kapitän mit, das Schiff «Norvegian Jewel» dürfe nun doch während zwei Tagen in Noumea auf Neukaledonien haltmachen, dass jedoch gewisse Gäste das Schiff nicht verlassen könnten, darunter auch alle Gäste, die über Singapur eingereist seien. Also ist unsere Gruppe auch betroffen, zusammen mit allen deutschen, italienischen, spanischen und chinesischen Gäste, etwa 280 insgesamt von 2400 Passagieren. Meine Gäste sind verständnisvoll und geduldig.