Lexi goes Salsera
Zugegeben, während Coronazeiten ist es das vermutlich schlechteste Hobby überhaupt: Paartanz. Nicht nur wegen der potenziellen Ansteckungsgefahr, sondern auch wegen der sozialen Ächtung. Dabei war Salsa meine Medizin gegen das Coronavirus, von dem ich bisher glücklicherweise verschont geblieben bin. Quasi die Anti-Lagerkoller-Pille. Der salsasüchtige, deutsche Gummihals, der einer meiner Mitbewohner ist, und ich verwandelten während den Lockdownzeiten das WG-Wohnzimmer jeden Abend in ein Tanzstudio. Die Nachbarn und der dritte Mitbewohner hatten ihre Freude an den zwei Elefanten und dem Latinosound.
Für alle Feministinnen ist Paartanz unabhängig von Corona der Weltuntergang. Die Manifestation des Bösen quasi. Weil die Frau nichts zu melden hat und nur macht, was der Mann diktiert. Er sagt, in welche Richtung, wie schnell und welche Figur getanzt wird. Selbst wenn er selber keine Ahnung hat. Manchmal tanzt man ein halbes Lied ausser Takt, die Frau geniesst nicht und schweigt. Trotz allem, glaubt mir, spätestens, wenn man viele Drehungen übt, klammert man sich sehr gerne an einen starken Mann, um nicht sehr unelegant auf dem Parkett zu liegen.
Wenn ich Leuten erzähle, dass ich Salsa tanze, sind die meisten erstaunt. Ungeschminkt und im Latzhosenlook muss ich zugeben, dass ich kaum wie eine typische Salsera aussehe. Alle, die mich aus meiner Schulzeit kennen, haben mich jetzt vermutlich auch nicht gerade als Dancingqueen abgespeichert.
Zugegeben, wenn mir vor zwei Jahren jemand gesagt hätte, dass ich mehr High-Heels als Turnschuhe haben werde, hätte ich ihn ausgelacht. Inzwischen renne ich gefühlte Marathons in diesen Riemchensandalen mit 7 cm Bleistiftabsatz, die mir schon unzählige Blasen und den Männern blaue Zehen beschert haben.