Jess Glynne über Musik und Emotionen
Die in London geborene Singer-Songwriterin Jess Glynne schrieb Musikgeschichte, als sie zur ersten und bislang einzigen britischen Solo-Künstlerin wurde, die acht Nummer-1-Hits in den UK Single Charts landete, darunter «I'll Be There», «Hold My Hand» und «Don't Be So Hard on Yourself».
Ihren Durchbruch feierte sie 2013 als Gastsängerin auf den mehrfach mit Platin ausgezeichneten Songs «Rather Be» von Clean Bandit und «My Love» von Route 94. Beide stürmten auf Platz 1 der britischen Charts. Seitdem wurde Jess Glynne mit einem GRAMMY Award, drei Ivor Novello Awards und neun BRIT Award-Nominierungen geehrt.
Die ersten musikalischen Erinnerungen
Schon früh war Musik ein fester Bestandteil von Jess Glynnes Leben. Ihre erste bewusste Erinnerung ans Singen ist untrennbar mit einer Ikone verbunden: Aretha Franklin. Besonders der Song Say a Little Prayer hatte es ihr angetan. Jess wollte ihn nicht einfach mitsingen, sondern genauso interpretieren können wie ihr grosses Vorbild.
Dass diese tiefe Verbindung zur Musik aus dem Elternhaus stammt, überrascht kaum. «Meine Eltern waren grosse Musikfans», erzählt sie und ergänzt: «Musik war immer präsent, ob zu Hause, im Auto oder im Alltag.» Die musikalische Offenheit prägte ihren Geschmack und ihren Horizont schon in jungen Jahren. «Von Sheryl Crow und Eva Cassidy über Prince und David Bowie bis hin zu Stevie Wonder, Aretha Franklin und Ella Fitzgerald. Die Playlist wechselte dabei ständig», ergänzt sie lächelnd.
Ein prägender Moment folgte im Alter von neun Jahren. Bei einer Schulveranstaltung sang Jess gemeinsam mit einer Freundin Hero von Mariah Carey. Nach diesem Auftritt blieb mehr zurück als Applaus. Zum ersten Mal spürte sie, dass da vielleicht mehr war als reine Freude am Singen. Sie spürte ein verborgenes Talent, das Raum forderte und weiterentwickelt werden wollte.