Jetzt gurren weniger Tauben rund um den Churer Bahnhof
Im vergangenen Winter lebten am Bahnhof in Chur massenweise verwilderte Strassentauben. Bis zu 400 Tiere zählte die Stadt Chur im Dezember. Das wurde zu einem Problem. Denn eine hohe Ansammlung von Tauben führt vor allem dazu, dass sich Krankheiten viel schneller verbreiten. Die Stadt Chur suchte also gemeinsam mit dem Kanton Graubünden nach einer Lösung, wie man den Bestand reduzieren könnte. «Um die Taubenpopulation in den Griff zu bekommen, war eine Einschränkung der Fütterung nötig», erklärt Hannes Jenny, Wildbiologe und stellvertretender Leiter des Amts für Jagd und Fischerei. Damit dies gelingen konnte, musste man auch die Bevölkerung mit ins Boot nehmen. Denn gerade am Bahnhof, wo es von Menschen nur so wimmelt, finden die Tiere ein breites Angebot an Nahrungsquellen vor, sei es entweder durch Littering oder gezielte Fütterung.
Heute hat es deutlich weniger Tauben als noch vor acht Monaten.»
Hannes Jenny, Wildbiologe und stellvertretender Leiter des Amts für Jagd und Fischerei
So entstand die Idee, Plakate am Bahnhof aufzustellen, welche die Leute aufforderten, die Taubenfütterung zu unterlassen. Eine Massnahme, die laut Jenny auch sehr wirksam war. «Es ist wirklich erstaunlich, wie sich die Leute an dieses Fütterungsverbot gehalten haben und Verständnis gezeigt haben.» Dass der Verzicht auf die Fütterung viel gebracht hat, zeigt sich nun auch am Taubenbestand. «Heute hat es deutlich weniger Tiere als noch vor acht Monaten», so Jenny. Wie viele Tauben effektiv am Bahnhof unterwegs seien, könne man zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht sagen.