«Intensivpflege ist Herzblut»
«Vor vier Jahren habe ich die Intensivstation in Chur verlassen, um im Spital in Schiers die Intermediate-Care-Abteilung aufzubauen. Dort habe ich die Leitung der Station, welche sechs Betten umfasst. Auf einer IMC werden Patienten versorgt, die nicht so schwer wie auf einer IPS erkrankt sind und nicht beatmet werden müssen. Es sind aber Patienten, die eine intensivere Betreuung benötigen, als auf einer normalen Bettenstation. Es sind dies beispielsweise Patienten nach einem Herzinfarkt oder nach einer Operation, die auf der IMC liegen.
Nachdem auch im Spital Schiers seit Mitte März nur noch Notfälle operiert werden dürfen, das Kantonsspital Graubünden aber Personal für die IPS benötigte, ermöglichten es die CEOs beider Spitäler, dass ich nach Chur zum Arbeiten gehen konnte. Mit mir kamen noch zwei Kolleginnen und ein Kollege aus dem Spital in Schiers.
Als ich am 6. April den Dienst auf der IPS in Chur antrat, war es für mich quasi wie ein nach Hause kommen, denn ich war bis 2016 hier tätig. Ich habe hier meine Ausbildung zur Expertin Intensivpflege gemacht. Viele der Ärzte und viele meiner Kolleginnen und Kollegen kannte ich noch gut. Zudem ist es ein gutes Gefühl, in dieser schweren Zeit meine Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen und so nützlich sein zu können.
Anfangs hatte ich Respekt gegenüber dem Umgang mit den Geräten. Diese sind aber sehr analog mit denen, die ich kenne. Trotzdem hatte ich meine Bedenken, ob ich es nach vier Jahren Abstand noch kann.