Im unordentlichen Garten fühlen sich die Igel wohl
Richtige Namen haben sie nicht. Claudia Trümpy und ihre Kinder nennen drei der jungen Igel nach ihrem Aussehen «Grosser», «Kleiner Dunkler» und «Heller». Der vierte Igel ist eine Igelin und heisst «Lady». Seit ein paar Tagen leben die etwa zwei Monate alten Tiere im Garten der Familie Trümpy in Ennenda. Igel sind Wildtiere und ihre Haltung ist deshalb verboten. Die vier Ennendaner Igel sind aber Waisen und damit eine Ausnahme.
Ende Mai haben Angestellte des Kraftwerks Löntsch in Netstal beim Mähen eines Bordes sechs kleine Igel gefunden. Von der Mutter fehlte jede Spur. Als sie bis am Abend nicht mehr auftauchte, wurden die erst ein paar Tage alten Igelchen in einen Karton gepackt und in die Igelstation in Mels gebracht. Ohne Mutter hätten sie wohl die Nacht nicht überlebt. Drei der sechs Geschwister leben nun im Garten der Familie Trümpy, den sie bald verlassen dürfen. Die «Lady» ist aus dem Rheintal zuerst in die Igelstation und dann zu Familie Trümpy gekommen.
Nicht die ersten Pfleglinge
Claudia Trümpy ist gelernte Tierarztgehilfin. Die vier Igel sind nicht ihre ersten Pfleglinge. Sie habe Kätzchen aufgepäppelt, erzählt sie. Und vor vielen Jahren schon einmal drei Igel, die damals in die Tierarztpraxis gebracht worden seien. In ihrem Garten habe es früher immer wieder auch wild lebende Igel gehabt, sagt Trümpy. «Aber seit ein paar Jahren habe ich keine Spuren von ihnen mehr gefunden.» Da sie gerne wieder Igel im Quartier hätte, hat sie sich nach einem Bericht in den «Glarner Nachrichten» über die beherzten Angestellten des Kraftwerks Löntsch bei der Igelstation in Mels gemeldet. Die Igel sind mittlerweile gross genug, dass sie die Igelstation verlassen konnten. Bei Familie Trümpy werden sie an das Leben in Freiheit gewöhnt.
Familie Trümpy hat kurzerhand eine katzensichere Fressstation und ein Igelhaus gezimmert. Und sie hat – was man eigentlich nicht machen sollte, aber in diesem Fall sinnvoll ist – ihren Garten ausbruchssicher gemacht. Igel legen in der Nacht auf Futtersuche kilometerlange Wege zurück. Senkrechte Mäuerchen mit glatten Oberflächen oder engmaschige Gitter sind unüberwindliche Hindernisse, die ihr Territorium einschränken. Die Ennendaner Igelkinder sollen aber den Garten noch ein paar Tage nicht verlassen. Deshalb ist er mit Brettern abgeriegelt worden.