Glarner Auswanderer helfen in Südafrika
von Myriam Tanner*
Vor sieben Jahren sind Nadja und Darryl Monson-Stucki mit ihren Kindern, dem heute elfjährigen Kye und dem siebenjährigen Fynn, von Glarus nach Südafrika in Darryls Heimat ausgewandert. Dort haben sich die zwei Weitgereisten ihren Traum verwirklicht und in Mossel Bay mit viel Liebe und harter Arbeit das Bed and Breakfast (B & B) «Sundowner Loft» aufgebaut. In Mossel Bay leben fast 60 000 Leute. Die Stadt liegt an der Küste in der Provinz Westkap, östlich des Kaps der Guten Hoffnung im Distrikt Garden Route.
Von Anfang an hatten Nadja und Darryl grossen Erfolg und viele Gäste aus aller Welt – auch aus dem Glarnerland. Der Fleiss und ihr Flair für die Betreuung der Gäste erlaubten es ihnen, nach und nach auch einheimische Mitarbeiterinnen aus den Townships einzustellen.
Doch durch den Ausbruch der Coronakrise ist nun alles anders. Die Leute in den Townships haben keine Einkünfte mehr, sie leben «von der Hand im Mund». Sie können nicht einmal mehr für ihre tägliche Nahrung aufkommen. Reserven sind meistens keine vorhanden, sie müssen hungern.
Die Situation ist in verschiedener Hinsicht mittlerweile so dramatisch, dass einzelne Kreise in Südafrika den unverzüglichen Ausstieg aus dem Lockdown fordern – mit dem Hinweis darauf, dass schliesslich mehr Menschen an Hunger als an Covid-19 sterben werden, wenn das so weitergehe.
Garage wird zum Verteilzentrum
Aus der Notlage heraus entstand die Idee der «Foodparcels», der Lebensmittelpakete mit lebensnotwendigen Grundnahrungsmitteln und Medikamenten. Dank spontaner Spenden ihrer südafrikanischen und Schweizer Freunden und Verwandten konnte damit sehr rasch gestartet werden. Und Nadja und Darryl stiessen mit ihrer Idee der Foodparcels bei der Gemeinde auf grosse Dankbarkeit.
Mithilfe der damit beauftragten Donalda, die selbst im Township aufgewachsen ist, wurde die Aktion gestartet. Die Garage von Nadja und Darryl wurde spontan zur Verteilzentrale für die vielen Lebensmittelpakete. Die ganze Familie ist in das Projekt eingebunden. Es wurden schon Hunderte von Paketen gemacht und verteilt. Donalda holt sie jeweils ab und verteilt sie mit Helfern in den Townships. Dabei erweist es sich oft als schwierig, die jeweiligen Bedürftigen zu finden, da die Häuser oder Hütten oft keine Hausnummern haben.