Gemeinde packt Wohnraumproblem an
Die jüngste Wohnraumentwicklung führte zu einigen Voten und Aufträgen aus dem Grossen Landrat und zu einer Petition aus der Bevölkerung. Gleichzeitig erarbeitet der Kleine Landrat mit dem Kommunalen räumlichen Leitbild unter Beizug einer breit abgestützten Begleitgruppe die Zielvorgaben der künftigen räumlichen Entwicklung von Davos. Im Lichte dieser Fragestellungen hat die Gemeinde die Wohnraumentwicklung der letzten Jahre auf der Basis der vorhandenen Datenlage untersucht. An seiner Strategiesitzung vom 9. August diskutierte der KL erste Zwischenergebnisse und lancierte den Auftrag zur Erarbeitung einer nachhaltigen Wohnraumstrategie in der Gemeinde Davos.
Mehr Beschäftigte, weniger Einwohner
Die analysierten Daten bestätigen auch für Davos, dass die Nachfrage nach Wohnungen vor allem in den vergangenen zwei Jahren stark angestiegen ist. Die Leerwohnungsziffer, welche noch bis 2019 vier Jahre lang über dem Wert von 1 Prozent lag, steht heute bei 0,15 Prozent und damit unter dem letzten Tiefstwert aus dem Jahr 2011 (0,16 Prozent). Ein Blick über die vergangenen zehn Jahre zeigt zudem, dass die Anzahl Arbeitsplätze erfreulicherweise zunahm, die ständige Wohnbevölkerung im selben Zeitraum aber rückläufig war. Gleichzeitig nahm die Anzahl der Menschen, welche für ihre Arbeit nach Davos pendeln, zu. Das sind aktuell fast 1200 Personen, die ihren Wohnsitz nach Davos verlegen könnten, falls ein geeignetes und erschwingliches Wohnangebot zur Verfügung steht. Der KL möchte dieses Potenzial künftig besser ausschöpfen.
Trendwende gegen Abwanderung
Das gültige Leitbild der Gemeinde Davos von 2009 hat einen dauerhaften und angemessenen Bevölkerungszuwachs zum Ziel. Das ist dann möglich, wenn es gelingt, den Bau von Erstwohnungen, die sich die Davoser Fachkräfte leisten können, voranzutreiben. Die Wohnraumstrategie wird im Hinblick auf die anstehende Gesamtrevision der Zonenplanung aufzeigen, mit welchen Massnahmen die im Gemeindeleitbild definierten Ziele erreicht werden sollen. Dabei wird auch die Rolle von spezifischen Arealen im Austausch mit Grundeigentümern definiert und präzisiert.