Gartenplanung: Worauf es ankommt
Ein Garten wird oft für Jahrzehnte angelegt, aber nur für wenige Wochen im Jahr sorgfältig geplant. Wird dieser erste Schritt übersprungen, zeigen sich die Folgen oft erst später: eine Bepflanzung, die am falschen Ort steht, ein Sitzplatz ohne Schatten, oder eine Bewässerung, die im Nachhinein notdürftig ergänzt wird. Wer stattdessen von Anfang an mit einer Fachperson plant, erspart sich solche nachträglichen Korrekturen, vor allem aber den Aufwand, einen Garten schon im Jahr darauf wieder neu gestalten zu müssen.
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt ein von Studio Verdis aus Tuggen umgesetztes Projekt: Aus einem gewöhnlichen Hausgarten wurde ein südländisch geprägter Aussenraum mit rustikalen Natursteinplatten und einem Pool mit römischem Treppeneinstieg. Am Anfang stand dabei nicht die Gestaltung, sondern das Gespräch mit der Bauherrschaft: Wie soll der Garten künftig genutzt werden, welche Wünsche und Vorstellungen bestehen? Erst danach ging es vor Ort weiter, mit einer genauen Vermessung des Geländes per GPS, um exakt zu wissen, wo sich was befindet, etwa der bestehende, ältere Baumbestand, der bewusst erhalten und in die neue Gestaltung eingebunden wurde, statt gerodet zu werden.
Auf dieser Grundlage entstand ein Konzept, in dem Sitzplatz, Wegführung und Pool sinnvoll zueinander in Beziehung stehen, abgestimmt auf das, was bereits vorhanden war. Das Ergebnis wirkt dadurch von Anfang an gewachsen und stimmig, statt frisch angelegt.
Dieselbe Sorgfalt gilt für die technische Seite, auch wenn sie später unsichtbar bleibt: Bewässerung, Entwässerung und Beleuchtung lassen sich von Beginn weg deutlich einfacher einplanen, als sie nachträglich in einen fertigen Garten einzubauen. Wird zusätzlich ein Pool oder eine grössere bauliche Massnahme geplant, braucht es oft auch Fachwissen, das über die Gartenplanung hinausgeht, etwa von Statikern. Wer den gesamten Ablauf über eine Ansprechperson koordiniert, muss sich als Bauherrschaft nicht selbst um die Abstimmung zwischen verschiedenen Gewerken kümmern.
Warum lohnt sich dieser Aufwand? Weil jeder Garten anders ist und jede Bauherrschaft andere Vorstellungen hat. Ein Garten, der von Anfang an individuell auf seine Bewohnenden zugeschnitten ist, muss nicht ein Jahr später schon wieder angepasst werden, weil er sich in der Praxis als unpassend erweist oder nicht den eigenen Bedürfnissen entspricht. Genau darin liegt der Unterschied zwischen einem Garten, der einfach nur gemacht wurde, und einem, der geplant wurde. Er berücksichtigt von Anfang an, wie die Menschen, die ihn nutzen, tatsächlich darin leben wollen, beim erwähnten Beispiel etwa der Wunsch nach einem ruhigen, mediterran geprägten Rückzugsort statt eines gewöhnlichen Rasens.
