Von Davos aus in die Antarktis
Schnee- und Lawinenforschungs-Techniker Matthias Jaggi aus Davos reist für mehrere Monate in die Antarktis. Anfang November wird er aufbrechen, erst nach Neuseeland, dann weiter in die Antarktis. Sein Gepäck reist ihm voraus, mit Flugzeug, Eisbrecher und Pistenbully bis zur Forschungsstation Dome Concordia auf dem Hochplateau Dome C. Alles muss gut organisiert sein, denn am Zielort existieren keine Geschäfte und der Onlineversandhandel liefert dort auch nicht hin. So könne auch nichts nachgekauft werden, schreibt das SLF in einer Mitteilung.
Eine lange und wichtige Packliste
Noch im September soll sein Gepäck auf den Weg gebracht werden. Jaggi reise im November nach. Er werde dort den Advent verbringen, Weihnachten sowie Silvester feiern und erst Anfang Februar zur Fasnacht in die Schweiz zurückkehren, heisst es im Bericht weiter. Die Feiertage werden für den Forscher anders als gewohnt ablaufen, denn «auf der Südhalbkugel herrscht Sommer, es ist ständig hell, in der Antarktis geht die Sonne nicht unter», wird Jaggi zitiert.
Laut dem Bericht des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) kommen, nebst Jaggis Gepäck voller warmer Kleidung, auch seine Geräte und drei grosse Styroporkisten mit. Diese Kisten sind für kleine Kunststoffbehälter vorgesehen, in denen sich nach der Expedition Schneeproben befinden werden. Daneben hat er zwei Fässchen mit Diethylphthalat bereitgestellt. Die Schneeproben werden mit dieser Flüssigkeit ergänzt, um den Leerraum der Schneestruktur zu füllen. Dieser Mix werde dann bei minus zwanzig Grad eingefroren. «Das hält die Eiskristalle langfristig stabil, die Struktur bleibt so intakt», heisst es im Schreiben weiter.
Der Prototyp «SnowImager» ist auch mit dabei, eine Entwicklung von Kollegen am SLF, um mit einem optischen Verfahren Schneeprofile zu vermessen. Damit wolle Jaggi die Schneedecke in der Antarktis und die Metamorphose des Schnees untersuchen. Die Expedition sei ein Härtetest für das Gerät bei Temperaturen um –40 Grad Celsius. Was auch nicht fehlen darf, ist die Schneesäge. Der Techniker benötige sie für Schneeprofile, um möglichst gerade Flächen zu erhalten, an denen er messen könne.