Firmen sind abhängig vom Nachwuchs
Es ist ein grosser Schritt, den Jugendliche nach der obligatorischen Schulzeit zu machen haben. Sei es der Übertritt in eine Maturitäts- oder Fachmittelschule, ein Zwischenjahr oder Brückenangebot oder in eine berufliche Grundbildung. Mehr als 94 000 Jugendliche in der Schweiz standen bei der letzten Erhebung des Nahtstellenbarometers, einer Erhebung des Bundesamtes für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), vor der wichtigen Zukunftsentscheidung.
Immer mehr Jugendliche machen ein Zwischenjahr
Am beliebtesten sind dabei noch immer die klassischen Lehrstellen. Rund 63 Prozent der befragten Jugendlichen ziehen für die Zeit nach der Schule eine solche in Erwägung. Dieser Wert bewegt sich auf Vorjahresniveau. Was allerdings stark zugenommen hat, sind die jungen Erwachsenen, welche sich für ein Zwischenjahr entscheiden. Mit 17 Prozent ist der Wert um 5 Prozent höher als noch im Vorjahr. Dieser ist auch im Vergleich zur jüngsten Vergangenheit stark steigend.
Doch auch wenn mit rund zwei Dritteln die Lehrstellen bei den Schulabgängerinnen und Schulabgängern als Anschlusslösung hoch im Kurs stehen, haben einige Branchen Mühe, geeignete Lernende zu finden. So sind die Präferenzen der Jugendlichen laut der Umfrage des SBFI klar verteilt. In den «Top Ten» der Lehrstellen gab es kaum Veränderungen. So geben rund 17 Prozent der Befragten an, dass sie am liebsten eine kaufmännische Lehre absolvieren möchten. Auf Platz zwei folgt, bereits leicht abgeschlagen, die Ausbildung zur Fachfrau respektive Fachmann Gesundheit mit 8 Prozent.
In gewissen Brachen herrscht ein Mangel an Lernenden
Was in den «Top Ten» auffallend fehlt, sind die Berufe der Baubranche. So hat die Firma Issler Davos AG schon vor Jahren das Heft selbst in die Hand genommen und organisiert seit Längerem für Schülerinnen und Schüler einen Informationsanlass. «Wir sind abhängig von einem guten Nachwuchs im Beruf», erklärt Sandro Issler, Geschäftsführer der Issler Davos AG, «wir wollen den Jugendlichen an diesem Anlass die Lehren schmackhaft machen und aufzeigen, wie vielfältig unsere Berufe sind und das es unglaublich viele Möglichkeiten gibt.» Per se sei die Veranstaltung vor allem als Information und Motivation generell für Baulehren gedacht. Nicht nur als Werbung für die eigene Firma. «Baulehren gehen immer mehr verloren und dies stellt die Branche vor grosse Probleme, da Fachkräfte fehlen», erläutert Issler.