Feuerwehrleute greifen in Mühlehorn zur Schaufel
Die Dankbarkeit von Roswitha Zimmermann in einem Facebook-Post in der Gruppe «Du bisch usem Glarnerland, wenn …» ist deutlich herauszulesen. «Ich bin so glücklich über die Hilfe», schreibt die Mühlehornerin im Sozialen Medium. «Ihr seid toll», ergänzt sie. Man solle nicht immer schimpfen, sondern auch mal etwas Gutes sagen, schreibt sie unter anderem.
Aber wem genau gebührt der grosse Dank? Die ergiebigen Schneefälle der letzten Woche haben dem Strassenunterhaltsdienst im ganzen Kanton lange Nächte und viel Arbeit beschert. Schneeräumen im grossen Stil war angesagt. Durch die Räumung der Strassen in Mühlehorn landete ein grosser Haufen der weissen Pracht auf dem Haus von Roswitha und Christian Zimmermann, wie ein Foto aus der Küche eindrücklich zeigt. «Ich hatte die Befürchtung, dass das Fenster den Massen nicht standhalten könnte und der Schnee in der Küche landet», so Zimmermann. Das Haus befindet sich unterhalb der alten Kerenzerbergstrasse und ist in den Fels gebaut.
Gefahr von Schaden bestand
«Selber wurden wir mit den Massen nicht fertig, der Schnee war zudem wie Beton», erzählt Roswitha Zimmermann. Ausserdem sei er an einer blöden Stelle gelegen, führt sie weiter aus. «Darunter ist der Heizraum und wir befürchteten, dass Wasser reinlaufen könnte und dadurch ein Schaden entsteht», sagt die gebürtige Süddeutsche, welche seit 27 Jahren in Mühlehorn lebt.
So schreibt sie dem Kanton und der Gemeinde eine E-Mail. «Wir sind keine Leute, die motzen und der Inhalt war höflich formuliert. Ich wollte lediglich darauf hinweisen und fragen, was man unternehmen könnte», so Zimmermann. Der Unterhalt auf dem Kerenzerberg sei nachvollziehbarerweise aufgrund der riesigen Schneemassen überfordert gewesen, daher griff die Mitinhaberin der Hammerschiede zu diesem Mittel.
Zu ihrer eigenen Überraschung standen plötzlich zwei Feuerwehrleute vor der Haustüre, um die Lage zu beurteilen. «Zu siebt haben diese dann den grossen Berg Schnee weggeschaufelt. Die Feuerwehr Glarus Nord ist toll und ehrlich gesagt, ich hätte das nicht erwartet», sagt Roswitha Zimmermann und lacht vor Glück.