«Es dürfte dieses Jahr wesentlich schwieriger sein als sonst»
von Josef Kubli
Herr Kubli, viele Glarner Jugendliche schliessen ihre Lehre oder Ausbildung ab. Wie stehen ihre Chancen, im Ausbildungsbetrieb oder einer anderen Firma eine feste Arbeitsstelle zu finden?
Josef Kubli:Es dürfte dieses Jahr unter dem Einfluss der Coronakrise viel schwieriger sein als sonst. Für die meisten Betriebe gilt wohl: Wer bisher noch keine Probleme und genug Arbeitsvorrat hatte, wird in Zukunft eventuell noch Probleme und weniger Arbeit haben. Jetzt noch neue Leute einzustellen, ist bei vielen undenkbar. Im Gegenteil: Vermutlich muss im einen oder anderen Fall sogar versucht werden, derzeit überzählige Leute ab der Lohnliste zu bringen, wobei das auch sehr stark von der Branche abhängig ist. Es gibt ja wie immer Gewinner und Verlierer.
Wer könnte denn zu den Gewinnern zählen?
Zum Beispiel die Velohändler. Zumindest einzelne von ihnen können derzeit nicht einmal mehr liefern, weil sie gar keine Velos mehr haben. Diese werden denn vermutlich auch mehr Aufträge bekommen, um die Fahrräder zu reparieren.
Und in welchen Branchen könnte es als Gegenpol dazu sogar sehr schwierig werden?
Vorstellen könnte ich mir, dass es vor allem in handwerklichen Berufen schwierig wird, in denen schon sehr viele Lernende auf dem Markt sind. Das ist wohl auch in den kaufmännischen Berufen so. Andererseits hat es in meiner Branche, Haustechnik- und Sanitär, so wenig Nachwuchs, dass dieser wohl beschäftigt werden kann.