Erfolg ist auch in kleinem Rahmen möglich
Dennoch konnten viele Gegenstände den Besitzer wechseln, und auch die «Nebenveranstaltungen» konnten Erfreuliches berichten. Denn die Idee hinter dem Bring- und Holtag ist so einleuchtend wie simpel: Man organisiere einen Tag, an dem Leute nicht mehr gebrauchte Gegenstände bringen können, worauf man anschliessend andere Sachen mitnehmen kann. So manches Utensil kann so vor dem Abfall gerettet werden. Die Idee nach Davos brachte Architekt Paul Sprecher, wie sich Gian-Paul Calonder, «emeritierter» Umweltbeauftragter der Gemeinde, im Gespräch mit der DZ erinnert. Die damalige Abfallkommission habe die Idee besprochen und für gut befunden, sodass Ende der 1990er-Jahre das erste Mal besagte Tauschaktion durchgeführt werden konnte.
Gute Qualität hat Vor- und Nachteile
Sieben Ausgaben später stellten nebst Calonder auch diverse Helfer fest, dass heuer weniger Gegenstände angeliefert wurden als früher. Men Dellagiovanna, amtierender Umweltbeauftragter, freute sich aber über die gute Qualität der mitgebrachten Sachen – beispielsweise von Spielwaren. Denn der Bring- und Holtag solle nicht zu einer reinen Entrümpelungsaktion verkommen, sondern gute, immer noch nutzbare Ware an den Mann oder die Frau bringen. Doch die Kehrseite dieser Medaille stellten sowohl Calonder als auch Dellagiovanna fest: «Einige wenige nahmen viel mit». Für Schnäppchenjäger sei der Tag eine gute Gelegenheit, gratis Gegenstände in Besitz zu nehmen, um sie später auf einem Flohmarkt oder im Internet weiterzuverkaufen. «Dies entspricht eigentlich nicht der Idee des Bring- und Holtages.»