Entdecke die heimlichen Stars des Waldes
Der oft regnerische Sommer dürfte wohl auf manches Bündner Gemüt geschlagen haben. Gefreut hat sich hingegen der Waldboden – und mit ihm alle begeisterten Pilzsammelnden. Diese hoffen, dass Steinpilz, Pfifferling und Co. jetzt wie – nun ja – Pilze aus dem Boden schiessen.
Im heutigen Freizeittipp widmen wir uns aber den eher unbekannten, heimlichen Stars des Waldbodens. Während der Steinpilz oder Pfifferling keiner weiteren Erläuterung bedarf, tummeln sich allerlei andere delikate Speisepilze in ihrem Schatten. Wie wäre es also mal mit einem Risotto von Fichtenreizkern anstatt Steinpilzen.
Wir haben uns mit der Bündner Pilzinstanz Rosemarie Kuhn über heimische Speisepilze abseits des Mainstreams unterhalten. Bei deinem nächsten Ausflug in den Wald wirst du den Boden mit anderen Augen scannen.
Der Schopftintling
Lass dich nicht vom exotischen Aussehen dieses Pilzes abschrecken; der Schopftintling gilt als hervorragender Speisepilz. Ernten sollte man den Pilz jedoch nur, wenn er noch durchgehend weiss ist, rät Pilzexpertin Kuhn. Ältere Exemplare beginnen sich am Hutrand erst rosarot zu verfärben, später werden sie schwarz und zerlaufen schliesslich tintenartig – daher der Name. Man findet den Pilz vor allem an Wegrändern und auf Wiesen.
Der Schopftintling mundet in Öl oder Butter angebraten. Kuhn berichtet von einem Teilnehmer ihrer Pilzexpedition, der die Tintlingsstiele am liebsten wie Spargel zubereite. Weiter räumt die Pilzexpertin mit einer landläufigen Fehleinschätzung auf: Der Schopftintling kann – entgegen seinem Vetter, dem Faltentintling – bedenkenlos mit einem Gläschen Wein genossen werden.
Der Fichtenreizker
Bist du in der Nähe von Fichten, solltest du deine Augen unbedingt nach Fichtenreizkern offenhalten. Die schmackhaften Speisepilze leben in Symbiose mit den Bäumen – nahezu überall, wo Fichten wachsen, wimmelt es zeitweise auch von den Reizkern. Sie weisen eine lebhaft orange Farbe auf und grünen im Alter.